Editorial

Wer die Welt durch unser Magazin betrachtet, pflegt nicht den Röhren-, sondern den Röntgenblick. Die Leser bekommen Monat für Monat gedankliche Tiefenschärfe aus erster Hand geliefert – das ist der Anspruch unserer Arbeit als Macher einer Autorenzeitschrift und jener unserer Autoren sowieso. Apropos Arbeit. Sie ist in unseren Breitengraden längst nicht mehr bloss eine Quelle […]

Editorial
René Scheu, photographiert von Thomas Burla.

Wer die Welt durch unser Magazin betrachtet, pflegt nicht den Röhren-, sondern den Röntgenblick. Die Leser bekommen Monat für Monat gedankliche Tiefenschärfe aus erster Hand geliefert – das ist der Anspruch unserer Arbeit als Macher einer Autorenzeitschrift und jener unserer Autoren sowieso.

Apropos Arbeit. Sie ist in unseren Breitengraden längst nicht mehr bloss eine Quelle des Einkommens – sie ist Quelle der Anerkennung, der Befriedigung, ja eigentlich ein Motor des persönlichen Glücks. Doch welche Veränderungen in der Arbeitswelt zeichnen sich ab? Ist das leistungslose Grundeinkommen eine gute Idee? Welche Jobs wird es morgen geben? Wie bleiben wir gerüstet? Und warum ist die Unterscheidung zwischen Arbeit und Freizeit Schnee von gestern? Mehr von Lynda Gratton, Markus Schneider, Bruno S. Frey, Tom Hodgkinson und Benno Luthiger im Dossier zur schönen neuen Arbeitswelt.

Rudolf Wehrli zählt zu jenen Figuren der Schweizer Wirtschaft, die sich der Schubladisierung entziehen. Wir wollten ihn bereits letzten Sommer treffen, doch dann kam uns seine Wahl zum Präsidenten des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse dazwischen. Wehrli ist promovierter Theologe und Philosoph, hat in jungen Jahren Bücher des protestantischen Theologen Emil Brunner herausgebracht, er kennt die KMU-Welt von innen und ist heute u.a. Verwaltungsrat des global tätigen Chemiekonzerns Clariant. Seit er als Präsident von Economiesuisse in der Kritik steht, hat jeder eine Meinung zu ihm. Aber wer ist dieser Mann eigentlich? Wie tickt er? Wie denkt er?

Schluss mit grauer Theorie zur Finanzkrise! Abhilfe schafft John Lanchester. Der britische Autor hat mit «Kapital» einen Bestseller geschrieben, der die Folgen des Bankenkollapses anhand fiktiver Einzelschicksale in London beschreibt. Josef Girshovich hat den Schriftsteller, der vor dem Ausverkauf der englischen Hauptstadt warnt, für uns getroffen.

Und wiederum stossen neue Kolumnisten zu uns. Ich heisse die Juristin Mirjam B. Teitler («Lex and the City») und die Coaches Markus Fäh und Andreas Oertli («Zur Lage…») herzlich willkommen. Sie bieten Einsichten aus ihrem Alltag und Seitenblicke auf unsere Gesellschaft.

Anregende Lektüre! 

PS. Frank Schäffler contra Cédric Wermuth: unser letzter Debattenabend zwischen den beiden Berufspolitikern war äusserst spannend. Wir haben das Gespräch für Sie dokumentiert.

«Jeden Monat frische Denküberraschungen! Eine gehaltvolle und elegant gestaltete Zeitschrift.»
Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
über den «Schweizer Monat»