Editorial

René Burri ist ein eminenter Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts. Er portraitierte Menschen aller Art: die Erfolgreichen, die Armen, die Überheblichen, die Mutigen, die Diktatoren. Pablo Picasso, Alberto Giacometti, Ernesto Che Guevara, Gina Lollobrigida und, ganz zu Beginn als 13jähriger, Winston Churchill. René Burri hielt sich jeweils diskret im Hintergrund, sich um kritische Distanz bemühend. Als […]

René Burri ist ein eminenter Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts. Er portraitierte Menschen aller Art: die Erfolgreichen, die Armen, die Überheblichen, die Mutigen, die Diktatoren. Pablo Picasso, Alberto Giacometti, Ernesto Che Guevara, Gina Lollobrigida und, ganz zu Beginn als 13jähriger, Winston Churchill. René Burri hielt sich jeweils diskret im Hintergrund, sich um kritische Distanz bemühend. Als wir den heute 79jährigen Photographen in Zürich treffen, fügt er seinen bekanntesten Geschichten einige neue Kapitel hinzu. Dabei zeigt sich: Burri ist nicht nur mit der Kamera ein fesselnder Erzähler. Mehr im grossen Exklusivgespräch.

So viel Liquidität wie heute hat es noch nie gegeben. Die Zentralbanken aller Herren Länder drucken Geld – und drucken und drucken und drucken. Die Lage ist unübersichtlich. Womit müssen Anleger rechnen? Deflation, Inflation oder beides? Ernst Baltensperger, der Doyen der Schweizer Geldpolitik, wagt für uns einen Blick in die Glaskugel. Mehr im Essay.

Wir mögen sie, unsere Leser mögen sie und unsere Autoren beherrschen die Kunst, sie gepflegt und anregend zu führen: Debatten. Diesmal warten wir gleich mit deren zwei auf. Sollen wir Jean-Jacques Rousseau, Theoretiker der volonté générale und Wegbereiter der Französischen Revolution, 300 Jahre nach seiner Geburt am besten vergessen? Oder müssten wir ihn einfach nur genau lesen? Mehr von Karen Horn und Pirmin Meier. In der Oktoberausgabe und der daran anschliessenden öffentlichen Diskussion haben Gerhard Schwarz, Philippe Mastronardi, Hermann Lübbe und Timo Meynhardt zum Thema «Gemeinwohl im Kapitalismus» die Klingen gekreuzt. Nun doppeln der Unternehmer Tito Tettamanti und der Psychologe Wolfgang Marx nach. Mehr über die soziale Dimension und die Neidaspekte der kapitalistischen Gesellschaftsordnung.

Unser Dossier haben wir einem Thema gewidmet, das durch die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise neue Brisanz erhält: den Menschenrechten. Wie steht es um ihren Kerngehalt in Zeiten schwindender öffentlicher Mittel?

Nachdem wir in der letzten Ausgabe das Dossier der Kunst des Gebens gewidmet haben, folgt nun ein Hinweis in eigener Sache: Unser Magazin ist ein nahezu ideales Geschenk. Der Schenkende ruft sich dadurch dem Beschenkten nicht nur als grosszügige Person, sondern auch als kritischer, neugieriger und wacher Zeitgenosse in Erinnerung.

Anregende Lektüre!

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»