Editorial

Ayaan Hirsi Ali ist eine mutige Frau, die sagt, was sie denkt. Dabei kontrastiert ihre sanfte Erscheinung eigenartig mit der harten Konsequenz ihrer Kritik am Islam. 1992 flüchtete sie aus Somalia in die Niederlande, wo sie später für die «Volkspartei für Freiheit und Demokratie» im Parlament sass. 2004 realisierte sie zusammen mit Theo van Gogh […]

Ayaan Hirsi Ali ist eine mutige Frau, die sagt, was sie denkt. Dabei kontrastiert ihre sanfte Erscheinung eigenartig mit der harten Konsequenz ihrer Kritik am Islam. 1992 flüchtete sie aus Somalia in die Niederlande, wo sie später für die «Volkspartei für Freiheit und Demokratie» im Parlament sass. 2004 realisierte sie zusammen mit Theo van Gogh den Kurzfilm «Submission» über die Unterdrückung der Frauen im Islam. Der Regisseur wurde im selben Jahr auf offener Strasse erschossen. Lesen Sie im Gespräch, warum es Ayaan Hirsi Ali kaum stört, unter Polizeischutz zu leben – und warum die Europäer so grosse Mühe damit haben, sich nüchtern mit den Feinden der offenen Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Die Debatte lebt. In dieser Ausgabe können wir gleich mit drei Repliken auf bereits in unserm Magazin veröffentlichte Texte aufwarten. Der Ökonom Benno Luthiger kennt die Grünliberale Partei von innen. Er schreibt, warum die GLP im Kern anders funktioniert, als sie sich nach aussen präsentiert. Lesen Sie von Bankier Konrad Hummler, warum eine Entkrampfung der Debatte um die Atomenergie nottäte. Und Vontobel-Chefstratege Thomas Steinemann erklärt, warum das bestehende Geld- und Währungssystem besser ist, als viele SM-Autoren behaupten.

Dies ist die erste Doppelnummer des neuen Magazins. Sie ist umfangreicher als sonst – damit Sie genügend Lesestoff für die Sommermonate haben!

Lesen Sie im Dossier, wie der Kapitalismus auch künftig dazu beiträgt, die Welt zu verbessern. Lesen Sie, warum auch nach Fukushima die Welt nicht untergeht, obwohl professionelle Apokalyptiker täglich den Weltuntergang prophezeien. Lesen Sie, wie Medienprofessor Kurt Imhof mit Verve die bürgerliche Gesellschaft und ihre Medien verteidigt. Lesen Sie, warum der deutsche Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler gegen die erneute Griechenlandhilfe gestimmt hat (die Ereignisse könnten sich überschlagen, Schäfflers Einsichten bleiben dennoch erhellend). Lesen Sie, wie Gabriela Manser zur Unternehmerin wurde und mit Flauder ein Kultgetränk schuf. Lesen Sie, wie das Künstlerpaar Steiner/Lenzlinger sich die ideale Kunstwelt vorstellt – und warum die nicht auf Schwerkraft angewiesen ist. 

Und vor allem: freuen Sie sich an der zweiten Nummer des «Literarischen Monats». Rückmeldungen willkommen!

«Der beste Journalismus ist der,
den man liest, obwohl einen das Thema bis dahin gar nicht interessiert hat.
Beim MONAT passiert mir das ständig.»
Niko Stoifberg, Schriftsteller und Redaktor bei «getAbstract», über den «Schweizer Monat»