Editorial


Kurz vor dem Erdbeben in Japan haben wir Didier Sornette in Zürich zum Gespräch über Finanzrisiken getroffen. Rückblickend wirkt die Begegnung fast surreal. Sornette ist Mathematiker, Geophysiker und Professor für Entrepreneurial Risks an der ETH. Wir haben uns mit ihm off the record auch über ein mögliches Erdbeben in Japan unterhalten, das ganz Tokio zerstören könnte. In den letzten Jahren hat sich Sornettes Forschungsschwerpunkt von Erdbeben zu Beben an Finanzmärkten verschoben. Lesen Sie mehr über platzende Blasen in unserem Dossier «Risiken und ihre Nebenwirkungen».

«Vergessen Sie die News!», schrieb der Schriftsteller und Unternehmer Rolf Dobelli in der letzten Ausgabe. Sein Essay hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Nun meldet sich Gottlieb F. Höpli zu Wort, ehemaliger Chefredaktor des «St. Galler Tagblatts». Er fand Dobellis Text anregend, die Hauptthese aber verfehlt.

Der vorsorgende Wohlfahrtsstaat ist eine europäische Erfindung. Er wurde und wird durch immer neue Schulden finanziert. Das Leben auf Pump ist, wie sich gezeigt hat, hochriskant. Derweil scheinen im Osten die asiatischen Volkswirtschaften unaufhaltsam zu wachsen. Wie kann, wie sollte Europa auf diese Entwicklungen reagieren? Beat Kappeler und Urs Schoettli geben Antwort.

«Wir brauchen keine fremden Gerichte», sagt Karin Keller-Sutter, St. Galler Regierungsrätin, mit Blick auf die Bilateralen III. Sie gilt als «Hardlinerin», dabei tut sie bloss das, was man eigentlich von allen Politikern erwarten können sollte: den Überzeugungen treu sein, aufgrund derer sie gewählt wurden. Sie äussert sich exklusiv zu Verhandlungen mit der EU, zur Selbstdemontage des Bundesrats und zu helvetischer Realpolitik.

Wir brauchen keine Prediger, weder in der Literatur noch in der Politik, sagt der Schriftsteller Tim Krohn. Der ehemalige Präsident des Schweizerischen Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverbandes spricht im Interview über die Ursprünge der modernen Schweiz und die Besonderheit der Gegenwartsliteratur.

Apropos Schweizer Literatur: im Mai erhalten unsere Abonnenten erstmals den «Literarischen Monat». Darin finden sich Kurzrezensionen zu Schweizer Neuveröffentlichungen, zwei überraschende Kolumnen und das Gespräch mit einer literarischen Hoffnungsträgerin aus Biel.

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»