Editorial

Unbeirrt mehr vom selben – mehr Papiergeld, mehr Kredite, mehr Versprechen – hilft nicht, Abstürze unseres Finanzsystems in Zukunft zu vermeiden. Die Philosophen unter den Ökonomen kritisieren schon lange unser freischwankendes Geldsystem. Peter Bernholz sagt: «Die Frage ist, ob die Zentralbanken weiter auf Geldwertstabilität setzen können – oder ob sie diese Maxime aufgeben, weil die […]

Unbeirrt mehr vom selben – mehr Papiergeld, mehr Kredite, mehr Versprechen – hilft nicht, Abstürze unseres Finanzsystems in Zukunft zu vermeiden. Die Philosophen unter den Ökonomen kritisieren schon lange unser freischwankendes Geldsystem. Peter Bernholz sagt: «Die Frage ist, ob die Zentralbanken weiter auf Geldwertstabilität setzen können – oder ob sie diese Maxime aufgeben, weil die Staaten Geld brauchen.» Auch die Praktiker sind zunehmend skeptisch. Etwa Privatbankier Karl Reichmuth, der den Wertzerfall staatlicher Währungen seit Jahren beobachtet. Von seinem Vater, einem Käser und Schweinezüchter, hat er gelernt, in realen Werten zu denken. Eine Sau ist eine Sau. Ein Franken aber ist kein Franken. Mehr im Dossier ab S. 19. – Die Frage nach Wesen und Funktion des Geldes ist auch eine machtpolitische. Das Gleichgewicht der beiden Grossmächte USA und China beruht auf einem Deal, der nur dank staatlichen Währungsmanipulationen funktioniert: China produziert, Amerika konsumiert. Damit könnte es bald vorbei sein. Mehr zur Zukunft der Weltwirtschaft von Niall Ferguson und Moritz Schularick auf S. 38.

«Staatshilfe und Prävention sind die neue politische Reli-gion.» Der träfe Satz stammt von Verleger und FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger. Im Unternehmergespräch ab S. 42 sagt er, warum er gegen einen EU-Betritt der Schweiz ist – und wo im Inland dringender Reformbedarf besteht.

Die Medienbranche ist im Umbruch. Die Printmedien verbreiten Krisenstimmung. Zu Recht? Die Zeitungen jedenfalls pflegen einen politischen Konformismus, mit dem sie sich schaden. Mehr vom Journalisten Markus Schär am Beispiel der Klimadebatte ab S. 11. Und Gottlieb F. Höpli, Präsident des neugegründeten Vereins «Medienkritik Schweiz», schreibt ab S. 14 über die wenig hoffnungversprechenden graphisch-kosmetischen Rettungsversuche der Schweizer Tageszeitungen.

Media Markt als die paradiesischste Idee vom Himmel? Und was passiert, wenn ein gerade mit dem Sichselbsterschaffen beschäftigter Gott davon erfährt? Lesen Sie mehr in dem Vorabdruck aus dem Buch «Die letztesten Dinge» von Gion Mathias Cavelty in der fünften Folge unserer Schriftsteller-Stafette ab S. 48.

Suzann-Viola Renninger & René Scheu

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»