Editorial


Die Coronapandemie hat die Arbeitswelt nicht auf den Kopf gestellt. Aber sie hat ­einige Veränderungen beschleunigt, etwa den Trend zur Fernarbeit. Schon zuvor ist eine wachsende Zahl von Arbeitnehmern nicht mehr von Montag bis Freitag im Büro aufgetaucht. Sei es, weil sie von zu Hause aus arbeiten (oder von ganz woanders, wie die sogenannten digitalen Nomaden), sei es, weil sie Teilzeit arbeiten oder als ­Freelancer sowieso nur übers Netz mit ihren Arbeitgebern zu tun haben.

Dass sich die Arbeitswelt wandelt, ist inzwischen ein Gemeinplatz. Betrachtet man ­allerdings die staatliche Altersvorsorge, könnte man meinen, es sei alles noch wie vor 30 oder 40 Jahren. Das System ist auf die klassische Berufskarriere mit Vollzeit­anstellung bis 64 oder 65 Jahre ausgerichtet. Dabei ist dieses Modell zunehmend die Ausnahme.

In der vorliegenden Sonderpublikation gehen wir dem Wandel der Arbeitswelt auf den Grund. Wir beleuchten die Frage, wie sich die Arbeitsrealität und die Präferenzen der Bevölkerung, gerade der jüngeren, verändert haben. Wir zeigen die Folgen für die Altersvorsorge auf. Und wir lassen vier Personen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen zu Wort kommen, die über ihre Ziele und die Herausforderungen bei der Altersvorsorge sprechen.

Zunehmend dringender wird die Herausforderung der Finanzierungslücken in der ­ersten und zweiten Säule, die zunehmend grösser werden. Wie kann man sie ­schliessen und die wachsende Umverteilung zulasten der Jungen stoppen? In den ­letzten 20 Jahren ist der Schweiz keine einzige Rentenreform mehr gelungen. Was die Gründe für die Blockade sind und wie sie sich auflösen liesse, diskutierten an ­unserem Podium SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen, FDP-Nationalrat Andri ­Silberschmidt und Politologin Silja Häusermann. Das Gespräch können Sie ab Seite 8 nachlesen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

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Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
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