Editorial

«Prinz, die Kunst geht nach Brot», antwortet der Maler Conti in Lessings Trauerspiel Emilia Galotti auf die Nachfrage des Prinzen: «Wie leben Sie? Was macht die Kunst?» Conti hatte eine Stelle als Maler bei Hof, verhungern musste er sicher nicht. Doch wollte er darauf hinweisen, dass er malt, wird er ernährt. Wie kommen Kunst und […]

«Prinz, die Kunst geht nach Brot», antwortet der Maler Conti in Lessings Trauerspiel Emilia Galotti auf die Nachfrage des Prinzen: «Wie leben Sie? Was macht die Kunst?» Conti hatte eine Stelle als Maler bei Hof, verhungern musste er sicher nicht. Doch wollte er darauf hinweisen, dass er malt, wird er ernährt.

Wie kommen Kunst und Kultur zu Lohn und Brot? Wer es bis zum internationalen Ruhm gebracht hat, dem fällt es meist nicht schwer, sich auf dem Markt zu behaupten, und der kann auch hohe Preise und Gagen fordern. Doch auf dem Weg dorthin müssen viele Künstler und Kulturschaffende oft zumindest um ihre Butter auf dem Brot besorgt sein. Ist es der Bund, sind es die Kantone, sind es die Städte, oder sind es doch eher die Privaten, die – via Mäzenatentum, Sponsoring, Stiftungen, Stipendien oder Preisvergaben – der Kunst und der Kultur fördernd unter die Arme greifen können oder sollen? Diese Frage stellten wir den Autorinnen und Autoren des Schwerpunktteils der vorliegenden Ausgabe. Es scheint, dass – wie so oft – die Lösung durch die Vielzahl der Möglichkeiten erbracht wird. Auf die staatliche Kulturförderung möchte in der Schweiz kaum jemand verzichten, wobei sich die Kulturschaffenden jedoch insgesamt selbstbewusster auf dem offenen Markt bewegen als noch vor 20 Jahren. Nicht zuletzt wird das auch an den vielen Neugründungen im Bereich der Kulturdienstleister deutlich, wie auch an den wachsenden Zahlen der Studierenden, die sich für das Studienfach Kulturmanagement entscheiden.

Geld ist rund und rollt weg, aber Kultur bleibt, so möchte man frei nach einem geflügelten Wort Heinrich Heines gerne hoffen. Vor 150 Jahren starb der deutsche Dichter. 20 Neuerscheinungen, die anlässlich dieses Jahrestages erschienen sind, werden in unserem Kulturteil besprochen. Ergänzt wird der Literaturüberblick durch eine Analyse des Verhältnisses Heines zu den Deutschen.

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
über den «Schweizer Monat»