Editorial

In den vergangenen Monaten haben wir in diesem Magazin mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Liberalismus ohne Zukunftsoptimismus kaum Chancen habe, sich gesellschaftlich und politisch gegen den Katastrophismus unserer Tage durchzusetzen. Heute, da viele Segnungen freiheitlicher Politik sogar im angeblichen Mutterland des Liberalismus, den USA, von allen relevanten Präsidentschaftskandidatinnen und -kandidaten im Wahlkampf negiert wurden, sieht […]

In den vergangenen Monaten haben wir in diesem Magazin mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Liberalismus ohne Zukunftsoptimismus kaum Chancen habe, sich gesellschaftlich und politisch gegen den Katastrophismus unserer Tage durchzusetzen. Heute, da viele Segnungen freiheitlicher Politik sogar im angeblichen Mutterland des Liberalismus, den USA, von allen relevanten Präsidentschaftskandidatinnen und -kandidaten im Wahlkampf negiert wurden, sieht es so aus, als würden sich grün, rot oder braun gefärbte Protektionismen demokratisch besser «verkaufen» als Offenheit, Zusammenarbeit über Grenzen hinweg und weltweiter Fortschritt. Dass gerade die US-Politik das Wort «Freiheit» über Dekaden hinweg zur Floskel degradiert hat, indem sie vom Angriffskrieg über neue Grenzzäune bis hin zum nationalen Ausnahmezustand alles als «Freiheit» verkaufte, rächt sich jetzt: Mit dieser Wortruine sind offenbar keine Wahlen mehr zu gewinnen!

Der politische Retro-Trend zum muffigen Bewahrerstaat (Endstation: Freilichtmuseum) ist dabei kein spezifisch US-amerikanisches Phänomen, sondern ein alter europäischer Exportschlager. Was dagegen tun? Lesen! Zum Beispiel diese Ausgabe: Mit dem Schwerpunkt «Alles wird gut» und unserem Dossier zum Thema «Freihandel» geben wir Gegensteuer. Dabei gehen wir der Frage nach, was die Welt in der Vergangenheit tatsächlich besser gemacht hat (die Kurzform: eine Kultur der Wertschätzung von Wissenschaft, Technik, Handel und deren Institutionen), warum das heute offenbar die Bürger der sogenannten «freien Welt» nicht mehr interessiert – und ob es nicht doch vielleicht Anzeichen dafür gibt, dass der Erfolgsweg sich fortsetzen liesse. Ja, doch, können wir nun sagen. Gibt es. Jede Menge. Aber lesen Sie selbst. Und erzählen Sie es dann auch Ihrem Nachbarn.

Anregende Lektüre wünscht:

die Redaktion