Editorial

«Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr.
Und wenn der Narr oder das Schwein anderer Ansicht sind, dann deshalb, weil sie nur die eine Seite der Angelegenheit kennen.» – 
John Stuart Mill

2018 war wild! Der Umbau unserer Redaktion hin zu einer kleinen, auf den einzelnen Positionen wie im Ganzen weiter professionalisierten Truppe von jungen liberalen Publizistinnen und Publizisten konnte weiter vorangetrieben werden, auch die Renovation unserer digitalen Infrastruktur, vor zwei Jahren initiiert, hat mit dem Start der neuen Website im Oktober eine erste bedeutende Wegmarke erreicht. Die Nutzerzahlen steigen schnell, das neue Online-Abo funktioniert. Trotz der sich branchenweit zuspitzenden Ertragslage im Journalismus ist es uns auch gelungen, neue Dossierpartner und Leser zu gewinnen und ein ganzes Team neuer Kolumnisten aufzubauen – sowohl auf schweizermonat.ch wie in unseren Printausgaben.

Dass 2018 auch wirtschaftlich zu einem anständigen Jahr für unseren Kleinverlag wurde, liegt nicht zuletzt an unseren langjährigen Unterstützern in einem humanistisch-freiheitlich orientierten Netzwerk, das in der Schweiz und wohl weltweit seinesgleichen sucht. Für Ihr Engagement will ich mich an dieser Stelle ein weiteres Mal herzlich bedanken!

Und gleich anfügen: Zufrieden sind wir noch lange nicht! Zwar sind Redaktion und Inhalte nachweislich sicht- und greifbarer als in früheren Jahren, aber gemessen an unseren Ansprüchen ist noch jede Menge Luft nach oben. Wir glauben: im «Monat» steckt noch mehr, in seinen Abonnentinnen und Abonnenten, die über die neue Website zu Botschaftern der Zeitschrift werden und Inhalte verteilen können, auch. Wir setzen viel daran, unsere Potenziale freizusetzen – und es motiviert uns ungemein, wenn auch Sie sich engagieren, indem Sie unsere Inhalte in Ihren Netzwerken bewerben.

Wo Neues entsteht, verabschiedet sich mitunter Bewährtes. In diesem Fall auf eigenen Wunsch: unsere Kolumnistin Nadine Jürgensen, die in den letzten zweieinhalb Jahren vor allem den männlich-reiferen Teil unserer Leserschaft herausgefordert hat – pointiert, hellwach, mit Lust an der Provokation, aber nie unfair. Danke, Nadine, es war mir eine Ehre und Freude! Ausserdem wendet sich unser Cartoonistenduo Stoifberg/Baeriswyl nach fast fünf Jahren neuen Aufgaben zu. Niko Stoifberg veröffentlicht im Februar sein Romandebüt «Dort» bei Nagel & Kimche, und Christina Baeriswyl muss endlich einen Flug buchen, um in aller Welt die Auszeichnungen und  Preise, die sie mit ihren Illustrationen für den «Monat» gewonnen hat, einzusammeln. Auch euch: herzlichen Dank! Aus Arbeit wurde Freundschaft, deshalb freut es mich besonders, dass ihr unserer Publikation als freie Mitarbeiter erhalten bleibt!

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich nun anregende Lektüre, ein frohes Fest und einen «guten Rutsch», wir lesen uns 2019!

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»