Editorial

 

Die Wirtschaft braucht Planungssicherheit. Die Wirtschaft ist gefordert. Die Wirtschaft ist dafür. Solche Sätze liest und hört man regelmässig in den Medien. Bloss: Wer ist eigentlich «die Wirtschaft»? Hinter dem vermeintlich einheitlichen Block steht eine Vielzahl von Akteuren, von der innovativen Start-up-Gründerin über den Investor, der an sie glaubt, bis zur Druckerin, die dafür sorgt, dass Sie diese Worte lesen können.

Als Dachverband der Unternehmen vertritt der Schweizer Wirtschaftsdachverband seit nunmehr 150 Jahren (seit dem Jahr 2000 unter dem ­Namen Economiesuisse) einen bedeutenden Teil der Wirtschaft. Diese Sonderpublikation nimmt das Jubiläum zum Anlass, einen Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft zu werfen. Wie kam es 1870 zur Gründung des Schweizerischen Handels- und Industrievereins, Vorort genannt? Was für eine Rolle spielt der Verband heute? Womit beschäftigen sich seine Mitarbeiter? Was sind das für Firmen, die er vertritt? Und vor welchen Herausforderungen steht die Schweizer Wirtschaft und die Wirtschaftspolitik?

Interessen werden heute vielleicht offener vermittelt als früher, als ­Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sich unter Vermittlung der Verwaltung in Hinterzimmern abseits der Öffentlichkeit einigten. Was aber alle Verbände umtreibt, insbesondere die Dachverbände, ist die Herausforderung einer erfolgreichen Vertretung von oft heterogenen ­Interessen der eigenen Mitglieder – wie sich etwa bei der Diskussion über die Altersvorsorge zeigt. Allen Schwierigkeiten zum Trotz bleibt die ­Bündelung und Vertretung der Interessen von Unternehmen eine ­wichtige Aufgabe. Denn wenn die Politik darüber verhandelt, wie der ­Kuchen verteilt wird, hilft es, wenn jene mit am Tisch sitzen, die massgeblich dazu beitragen, dass es überhaupt Kuchen zum Verteilen gibt.

Anregende Lektüre wünscht

die Redaktion

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»