Du kannst dein Leben steigern

Wir können uns mit dem zufrieden geben, was wir sind. Oder wir arbeiten ständig an uns und optimieren die eigene Leistungsfähigkeit. Sieben alltagstaugliche Rezepte zur Verbesserung der Hirnleistung – und zur Steigerung der Lebenslust.

Du kannst dein Leben steigern

Wachheit, intellektuelle Stärke und Beständigkeit, körperliche Gesundheit – das sind Dinge, die sich herstellen lassen, mit einem Minimum an Willenskraft und organisatorischem bzw. zeitlichem Aufwand. Die Ergebnisse dieser einfachen Rezepte können das Leben nachhaltig verändern.

Warum optimieren? Warum Leistung? Warum Leistungsdenken? Eigentlich wollen die meisten von uns doch bloss ihr
Leben geniessen und ihm einen Sinn abgewinnen. So weit, so gut. Ich behaupte jedoch, dass es ganz einfach ist, eine volle körperliche und geistige Fitness zu erreichen, die die meisten von uns auf diesem Level und mit dieser Beständigkeit als unmöglich erachten, und dass diese Leistungs-fähigkeit den Erfahrungsschatz zu erweitern und die Freude am Leben zu erhöhen vermag. Als Kinder lieben wir es, mit Höchstgeschwindigkeit zu rennen und alles Mögliche auszuprobieren, was uns die Mutter untersagt hat. Als Teenager und junge Erwachsene sind wir bestrebt, unsere aufkeimenden Talente und Stärken zu nutzen, um neue Abenteuer zu wagen und unsere Grenzen bis zum Äussersten auszureizen. Und als Erwachsene können wir genau daran anknüpfen.

Ist es nicht phantastisch, einen stärkeren und flexiblen Körper zu haben, mit dem wir jegliche Art von Sport versuchen und praktizieren können? Macht Musizieren nicht viel mehr Spass, wenn wir die Techniken beherrschen und unser Ohr geübt ist? Ist es nicht wunderbar, Schach auf Meisterniveau zu spielen? Die Liste lässt sich auf alle menschlichen Aktivitäten erstrecken. So viel sollte klar sein: die Dimension und Breite der Freude ist umso intensiver, je stärker die Kräfte von Körper und Geist sind. Dennoch akzeptieren wir nur allzu oft unsere eigenen Grenzen und geben uns mit dem zufrieden, was wir haben – vor allem wenn wir älter werden und die Schrumpfung der Leistungsfähigkeit im Alter – zu Unrecht! – als unvermeidlich betrachten.

Mit der Revolution der Biotechnologie, den Errungenschaften des Humangenomprojekts und den boomenden Disziplinen der Genomik, Proteomik und anderen «iks» betont die moderne Wissenschaft die Gene als Ursache für Krankheiten und psychische Macken. Dabei werden die Gene oft als Gegensatz zu umweltbedingten und erworbenen Eigenschaften gesehen. Diese Debatte von «angeboren» versus «erworben» ist ein Minenfeld von Kontroversen, die die grosse Komplexität von Biologie, Evolution und ökologischen Wechselwirkungen widerspiegeln. Meine Interpretation der überbordenden wissenschaftlichen Literatur ist: die Überbetonung der Gene vonseiten der Wissenschaft ist Ausdruck einer Wahrnehmungsverzerrung, die «den verlorenen Schlüssel unter der Laterne sucht» – sie folgt im Rahmen linearen kausalen Denkens einem Weg, der für technische Ansätze zugänglich ist.

Als Spezialist komplexer Systeme stelle ich jedoch eine andere Hypothese auf: die meisten Krankheiten und Probleme, die durchaus in einer genetischen Umgebung verwurzelt sind (das ist fast ein Pleonasmus, da unsere genetischen Codes die grundlegenden Anweisungen unserer Biologie steuern), werden tatsächlich durch Prozesse in unserer Umwelt bedingt bzw. erleichtert, die sich vorhersehen und/oder steuern lassen. In ihrer sorgfältigen Prüfung der jüngeren Literatur über Krebs stellen Campbell und Campbell sowie Servan-Schreiber fest, dass Gene nur wenige Prozent der Faktoren darstellen, die Krebs fördern.1 Wenn die Gene nur einen geringen Teil der Ursachen ausmachen, dann besteht der dominierende Faktor aus dem, was wir tun, trinken, essen, leisten und denken. Mein Ansatz basiert auf der Hypothese, dass wir einen grossen Teil unserer Gesundheit, unserer Leistung, unseres Lebens und unseres Erfolgs kontrollieren können.

Ich gebe mich nicht mit dem zufrieden, was unsere Kultur für unvermeidlich hält, sprich: unregelmässige und/oder suboptimale Leistung sowie abnehmende Fähigkeiten mit zunehmendem Alter. Ich behaupte, dass es möglich ist, jeden Tag in vollen Zügen zu geniessen, zu spielen, auf nahezu 100 Prozent unserer möglichen Höchstleistung zu arbeiten und kontinuierlich «im Hier und Jetzt» zu leben – und zwar über Jahrzehnte hinweg. Wir sollten uns nicht mit weniger zufrieden geben.

Ich bin weder Professor für Medizin noch Professor…

Leistungsgesellschaft oder Wie man das Beste von sich gibt
Leistungsgesellschaft oder Wie man das Beste von sich gibt

In den letzten Jahrzehnten ist es den Industrienationen gelungen, eine beispiellose Mehrung des Wohlstandes zu generieren. Nicht nur alle angenommenen «Grenzen des Wachstums» wurden gesprengt, entgegen vielerlei Verlautbarungen ist es der westlichen Welt auch gelungen, die Durchlässigkeit der sozialen Schichten zu erhöhen: gesellschaftlichen Gruppen, denen früher aufgrund von nationaler oder religiöser Herkunft, Hautfarbe oder sexuel-len […]

Fürchtet euch nicht!

Viele Leistungsträger fürchten unternehmerisches und persönliches Scheitern wie der Teufel das Weihwasser. Warum? Weil sie ein falsches Erfolgsdenken kultivieren. Die Kultur des Scheiterns ist Grundlage für erfolgreiche Anpassung. Und damit für eine echte Leistungsgesellschaft.

«MONAT für MONAT
eine sinnvolle Investition.»
Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
über den «Schweizer Monat»