Doping statt Embargo

Viele meiner Freunde sprudeln gerade vor enthusiastischen Vorsätzen nur so über: «Ich höre mit dem Rauchen auf!», «Diesen Frühling verliere ich fünf Kilos!», «Jetzt trenne ich mich endlich von meinem Freund!» – Taten aber folgen nur selten auf diese Worte; und wenn, dann lässt der «Rückfall» nicht lange auf sich warten. Selbst Menschen mit dem stärksten […]

Viele meiner Freunde sprudeln gerade vor enthusiastischen Vorsätzen nur so über: «Ich höre mit dem Rauchen auf!», «Diesen Frühling verliere ich fünf Kilos!», «Jetzt trenne ich mich endlich von meinem Freund!» – Taten aber folgen nur selten auf diese Worte; und wenn, dann lässt der «Rückfall» nicht lange auf sich warten. Selbst Menschen mit dem stärksten Willen geraten immer wieder in die Gleise ihrer alten Gewohnheiten.

Machen wir uns nichts vor: Veränderungen können ganz schön beängstigend sein, sie kommen stets einem Gang ins Unbekannte gleich. Wer sich dahin aufmacht, sollte deshalb nicht lossprinten und sofort einen neuen Menschen aus sich machen wollen. Er sollte vielmehr wissen: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Anstatt Körper und Geist mit neuen Reizen zu fluten und gleich ein Embargo über alle alten Gepflogenheiten zu verhängen, muss, wer sich ändern will und weiss, in welche Richtung, bloss den Fokus richtig setzen. Deshalb: Nutzen Sie die Mechanismen der selektiven Wahrnehmung und konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie anstreben. Laden Sie diese mit positiver Bedeutung auf, wie: «Joggen macht mich fit.» Die schlechten Gewohnheiten aber, die laden Sie besser negativ auf – und im Notfall erfinden Sie etwas: «Wenn ich Schokolade esse, reisst die Erde auf und die Götter der Unterwelt zerren mich über den Acheron in den Hades!»

Um auf lange Sicht zu dem neuen Menschen zu werden, der Sie tief im Innern ja bereits sind, Ihr Wille zur Veränderung zeugt davon, brauchen Sie Übung, und zwar viel davon! Da kann ein bisschen Doping auf der Zielgeraden nicht schaden. Schaffen Sie Anreize, belohnen Sie sich! Wenn Sie also laufen gehen, essen Sie danach ruhig ein kleines Stück Schokolade – die Götter der Unterwelt haben Sie mit den Mini-Eruptionen des Joggens ja bereits besänftigt.

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»