die stadt

sie lehnt die erde ab und meint jede berührung mit ihr

sei eine abwärts gerichtete zärtlichkeit

sie überläßt ihre toten den einheimischen tieren

und ihre gebeine den fremden winden

ihre grenzen sind verseuchte mülldeponien

die zu festungen mutiert sind

die stadt lebt von den fortgegangenen

und vom fleisch ihrer erzählungen

dem fremden wird an der grenze ein wort beigebracht

fortan pflegt er seine verblendung

die einwohner lassen sich verleugnen

sie tragen kein organ mehr zur bespitzelung

der heimkehrer wird in ein glashaus gestellt

mit einem maulkorb und muß sich alles anhören

die stadt lauscht vergnügt dem klagelied der blinden

nachts wandert sie durch ihre gassen

und achtet auf die schritte der fremden

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Werner Kieser, Unternehmer,
über den «Schweizer Monat»