«Die Sicherheit ist sehr hoch hier»

Seit zwölf Jahren setzt sich der Präsident Arzachs für die internationale Anerkennung seines Landes ein. Ein Kurzinterview.

«Die Sicherheit ist sehr hoch hier»
Bako Sahakjan und sein Übersetzer David Babajan, fotografiert von Ronnie Grob.

«If you want to smoke, you are free», ist das erste, was mir Bako Sahakjan sagt über seinen Übersetzer, den Leiter der zentralen Informationsabteilung des Amtes des Präsidenten der Republik Arzach, David Babajan. Es ist 12 Uhr mittags im Präsidentenpalast, wir sitzen am Besprechungstisch, am Ende des langgezogenen Büros steht sein imposanter Schreibtisch, auf dem sechs Telefone und viel geordnetes Papier, aber kein Computer zu sehen ist. Eigentlich sind mir nur zwei oder drei Fragen erlaubt, dann aber darf ich doch noch ein paar Fragen mehr stellen. Sahakjan setzt sich hin und raucht. In den dreissig Minuten unseres Gesprächs klickt sein Feuerzeug dreimal und eine neue Zigarette erglimmt. Nach seinem Militärdienst in der Sowjetarmee arbeitete er während neun Jahren in einer Fabrik in Stepanakert und schloss sich 1990 den Streitkräften der Republik Bergkarabach an. Später war er Innenminister und Leiter des Geheimdiensts. Sahakjan ist Präsident der Republik Arzach seit 2007. Bei den Erneuerungswahlen 2020 tritt er nicht mehr an.

Herr Präsident, wie hat sich die Republik Arzach entwickelt, seit sie 1991 ihre Unabhängigkeit erklärt hat? Welche Ziele haben Sie in den zwölf Jahren Ihrer Präsidentschaft erreicht?
Die Zeit, die Sie erwähnen, 1991, war eine besondere Zeit unseres Lebens: eine Zeit des Kampfes. Der verheerende Krieg, der uns von Aserbaidschan auferlegt wurde, zerstörte viel von der Infrastruktur unseres Landes. Nach dem Kriegsende 1994, als wir den Weg der friedlichen Entwicklung einschlugen, mussten wir unser Land, unsere Wirtschaft wiederherstellen und wiederaufbauen. Die Bombardierung unseres Landes war so schwer, so zügellos, dass wir im Grunde von vorne anfangen mussten. Die Grundaufgabe unseres Staats ist es, die Sicherheit für das Land und seine Bevölkerung zu gewährleisten. Weil wir mit Aserbaidschan einen Konkurrenten haben, der seine wahren Ziele verbirgt, war die Frage der Sicherheit immer dominant im Prozess unseres Staatsaufbaus, und das wird noch für viele Jahre so bleiben.

In unserem Hotel habe ich einen Flyer gesehen, der anlässlich der Conifa-Fussball-Europameisterschaft versichert, dass es auf Arzachs Strassen während jeder Tages- und Nachtstunde sicher sei.
Das Garantieren der öffentlichen Sicherheit ist eine der Schlüsselfragen unseres Landes. Tatsächlich sind wir hier erfolgreich, ja weltweit führend: Die Sicherheit ist sehr hoch hier.

Was sind die grössten innenpolitischen Herausforderungen in Arzach?
Die Philosophie der wirtschaftlichen Entwicklung von Arzach basiert auf der Verhältnismässigkeit der ökonomischen Entwicklung verschiedener Wirtschaftszweige. Wir richten dabei ein besonderes Augenmerk auf die Landwirtschaft und den Energiebereich, wollen dabei aber auch die Bildung, die Kultur und andere Bereiche nicht vergessen. Dank dieser proportionalen Herangehensweise haben wir fühlbare Effekte in der wirtschaftlichen Entwicklung erzielt. Wir werden diese Strategie in den kommenden Jahren beibehalten.

Wie unterstützen Sie die Jugend von Arzach?
Die Einbindung der Jugend ist für jedes Land sehr wichtig. Wir wollen die Ambitionen der Jungen erfüllen und haben dazu verschiedene Projekte und Programme ausgearbeitet. Die beiden wichtigsten Fragen dabei sind für uns die Erzeugung von Jobs und das Versorgen der Jungen mit Häusern und Apartments. Natürlich müssen wir auch angemessene Bedingungen erzeugen, um eine moderne Bildung zu ermöglichen.

Ich habe bisher den Eindruck erhalten, dass es einen grossen Unterschied gibt zwischen einem neuen Bildungsprojekt wie TUMO, an dem Fähigkeiten wie Kreativität vermittelt werden, und einer Staatsschule, die doch noch etwas den Geist der Sowjetunion atmet.
Es gibt ja verschiedene Bildungssysteme. Und wenn wir über das sowjetische Bildungssystem sprechen, dann war es vielleicht nicht das beste, aber auch nicht das schlechteste – es gibt sogar Leute, die sagen, es sei angemessener und stärker in einigen Bereichen gewesen. Deshalb müssen wir das alte und das neue System kombinieren, und genau das tun wir.

Wie wichtig ist die Diaspora für dieses Land?

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
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Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
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