Die Kunst des Schuldenmachens

Die «Public Domain Review» hat Bilder von Gläubigern und Schuldnern aus dem 19. Jahrhundert ausgegraben. Sie sind frei zugänglich.

Die Kunst des Schuldenmachens
Bild: Honoré Daumier, «Morgenbesuch eines Gläubigers bezüglich der Stiefel», ca. 1840 (Public Domain)

Von Honoré de Balzac gibt es ein kleines Suhrkamp-Taschenbuch mit dem schönen Titel «Die Kunst, seine Schulden zu zahlen und seine Gläubiger zu befriedigen, ohne auch nur einen Sou selbst aus der Tasche zu nehmen», erschienen 2004. Der zeitlebens verschuldete Schriftsteller, der stets einen genauen Fluchtplan bereithatte, wenn ein Gläubiger klingelte, passt wohl sehr gut zu den Zeichnungen, auf die vor einiger Zeit Erika Vause in der «Public Domain Review» aufmerksam gemacht hat. Die Zeichnungen zeigen die Beziehungen zwischen jenen auf, die Geld ausgeliehen haben, und jenen, die es wieder eintreiben wollen; Beziehungen, die damals eine Angelegenheit von Privatperson zu Privatperson waren. Heute ist es der Staat, der sich im Namen aller verschuldet. Wer wird wohl dieses Geld eines Tages eintreiben? (rg)

«Unverzichtbare Lektüre:
eine intellektuelle Zündkerze, die das
Weiterdenken in Gang bringt.»
Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
über den «Schweizer Monat»