Die Angstmache vor Atomkraft war erfolgreich

Die Zukunft des sicheren Stroms liegt auch in der Kernkraft. Oliver Stone hat eine Doku darüber gemacht.

Die Angstmache vor Atomkraft war erfolgreich
Der argentinische Produzent Fernando Sulichin beim Q&A nach der Ausstrahlung von «Nuclear» am Zürich Film Festival, fotografiert von Ronnie Grob.

Nach «Pandora’s Promise» von 2013 kommt 2022 mit «Nuclear» eine neue Dokumentation über die Geschichte und die Zukunft der Atomkraft heraus. Gedreht wurde der Film von niemand geringerem als Oliver Stone, der mit Werken wie «Platoon», «JFK» oder «Snowden» Weltruhm erlangt hat. In seinem neuen Film zeigt Stone auf, wie Leute, die mit Öl viel Geld verdienten, schon früh versuchten, die Nuklearenergie als gefährlich darzustellen – und damit sehr erfolgreich waren. Gezeigt wird der 105 Minuten dauernde Film am Zurich Film Festival.

Im Film werden Nuklearunfälle nicht verschwiegen, aber in Relation gestellt; aufgrund radioaktiver Strahlung ist beispielsweise beim Tsunami in Fukushima nicht eine einzige Person gestorben. Regisseur Stone bringt sich selbst stark in den Film ein und besucht verschiedene Produzenten von Mini-Reaktoren, die zwar nicht viel mehr als ein Dorf versorgen könnten, dafür aber auch nur den Raum einer Tankstelle einnehmen.

Vom Film bleibt hängen, dass Atomkraft auf viel kleinerem Raum eine sehr viel höhere Leistung bringt als erneuerbare Energie wie Wind und Sonne – und das zuverlässig und nonstop. Für die Schweiz mit wenig Platz, schwieriger Topografie und sehr variabler Wind- und Sonneneinstrahlung ist es eine attraktive Technologie. Meint die Politik es ernst mit ihren Klimazielen, sollte sie sich schleunigst neue Reaktoren beschaffen. (rg)

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