Der Feminismus lügt den
Frauen in die Handtasche

Die steile These des Monats.

 

Die Zukunft gehört den Frauen! Die Welt wird weiblich! Frauen sind die besseren Chefs! Von Frauen geführte Unternehmen sind erfolgreicher! Und gerade ganz aktuell: Von Frauen geführte Länder bestehen die Coronakrise besser! Wer Zeitungen öffnet, findet seit Jahren ein neues journalistisches Genre: den Frauenlobtext. Meine Gegenthese lautet: Die Frauenlobhudelei wird auf die Dauer nicht zu halten sein, schon gar nicht in ihrer Pauschalität. Es sei denn als Realsatire. Der Mann wird wieder im Feminozän erscheinen.

Der Feminismus hat schon manchen seltsamen Haken geschlagen. Anstatt Frauen stärker zu ermuntern, sich in Männerdomänen zu behaupten, wie es viele Start-up-Unternehmerinnen vormachen, ist der Feminismus als Politdoktrin zum Karrierebooster für eine weibliche Kleinstelite in administrativen Kaderpositionen geworden. Dagegen ist bei hochqualifizierten Frauen grundsätzlich nichts einzuwenden (warum auch?) – doch steckt dahinter nicht auch ein Stück weit Kritikvermeidungskalkül, da an einer Stellenbesetzung mit einer Frau Kritik ja quasi verpönt ist? Die weibliche Beförderungskaskade könnte sich jedoch als Bumerang erweisen.

Zuletzt sind oft Frauen in Spitzenpositionen gekommen, in denen es nun darum geht, Scherben zusammenzufegen. Sie werden als eine Art Insolvenzverwalterinnen eingesetzt, die kaum etwas gewinnen können und zudem auch noch häufig selbst angezählt sind. Die Beförderung als Rettungsprogramm für die weibliche Führungskraft. Ist das der neue Feminismus?

Prominente Beispiele: Ursula von der Leyen an der Spitze der Europäischen Kommission entkam so bisher einer Berateraffäre im deutschen Verteidigungsministerium; Christine Lagarde an der Spitze der Europäischen Zentralbank ist nicht nur keine Ökonomin, sondern auch noch wegen fahrlässiger Veruntreuung von 400 Millionen Euro schuldig gesprochen. Franziska Giffey kann ein Ministeramt in Deutschland trotz einer teils plagiierten Doktorarbeit weiterführen und bald womöglich den Regierenden Bürgermeister von Berlin beerben.

Wahre Gleichstellung wird erst erreicht sein, wenn Frauen keinen Welpenschutz mehr bekommen – denn den haben Männer in Spitzenpositionen auch nicht.

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»