Der Citoyen als Innovationsberater

Die Teilhabe der Bevölkerung an der offiziellen Politik ist in vielen Ländern auf einen Tiefpunkt gesunken. Aus Schweizer Sicht denken wir, dass mehr direktdemokratische Mitbestimmung ein Allheilmittel wäre, um den Graben zwischen politischen Verantwortungsträgern und Bevölkerung zu verkleinern. Es gibt jedoch durchaus auch andere spannende Formate, um den politisch interessierten Citoyen (und die Citoyenne!) für […]

Der Citoyen als Innovationsberater

Die Teilhabe der Bevölkerung an der offiziellen Politik ist in vielen Ländern auf einen Tiefpunkt gesunken. Aus Schweizer Sicht denken wir, dass mehr direktdemokratische Mitbestimmung ein Allheilmittel wäre, um den Graben zwischen politischen Verantwortungsträgern und Bevölkerung zu verkleinern. Es gibt jedoch durchaus auch andere spannende Formate, um den politisch interessierten Citoyen (und die Citoyenne!) für Politik zu interessieren und an Debatten zu beteiligen. Und zwar als kon-struktiven Mitgestalter und Ideengeber.

Die Welt ist heute so komplex, dass Verwaltung und Politik auf neue Denkansätze aus der Bevölkerung angewiesen sind: Wenn Deutschland beispielsweise eine Antwort auf die NSA-Überwachung finden will, sind neben den klassischen Experten auch die Fähigkeit kreativer Denker aus weit auseinanderliegenden Bereichen wie Bürgerrechte, Aussenpolitik, IT und Wirtschaft gefragt. Was für die Bewältigung komplexer Herausforderungen zählt, sind nicht nur Ausbildung oder Beruf, sondern vor allem die Problemlösungskompetenz.  Wir brauchen «Open Innovation» für die Regierung!

Im deutschen Aussenministerium haben wir deshalb kürzlich den deutschen Botschafter in den USA mit 30 kreativen Köpfen aus diversen Disziplinen in einem interaktiven «Open Situation Room» zusammengebracht, um gemeinsam neue Ideen für die deutsche Aussenpolitik zu finden. Der Botschafter skizzierte seine Herausforderungen, die Teilnehmer machten konstruktive Vorschläge für neue Ansätze. Das Verständnis für politische Zusammenhänge wurde damit gefördert, insbesondere war es aber auch eine einzigartige Gelegenheit für die Politik, von der in der Zivilgesellschaft vorhandenen Kreativität und vom dort angesiedelten Wissen zu profitieren. Herausgekommen sind nach intensiver Debatte u.a. originelle Vorschläge für einen transatlantischen Schengenraum für Studierende oder auch für eine deutsch-amerikanische Fernsehserie «CSI Berlin». Der Botschafter war begeistert, und die Teilnehmer hatten Spass an der aussenpolitischen Mitwirkung.

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
über den «Schweizer Monat»