Der Blick in den menschlichen Abgrund
«Der talentierte Mr. Ripley», R.: Anthony Minghella, USA/Italien 1999, Filmplakat

Der Blick in den menschlichen Abgrund

Das Zürcher Filmpodium zeigt Verfilmungen von Patricia Highsmiths Romanen.

Die 1921 in Texas geborene und 1995 in ihrer Wahlheimat Locarno gestorbene US-amerikanische Schriftstellerin Patricia Highsmith wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Ihre Vorliebe für Charaktere, deren seltsame Neigungen oftmals Verbrechen nach sich ziehen, macht ihr literarisches Werk zu einer ungemütlichen, gleichwohl erhellenden Erfahrung. Der späteren Autorin war als Heranwachsende die einschlägige Abhandlung «The Human Mind» des Psychiaters Karl A. Menninger in die Hände gefallen, und die Folgen hiervon lassen sich in ihren Arbeiten studieren, wo es von absonderlichen Figuren nur so wimmelt. Nicht minder aufschlussreich dürften ihre Tagebücher sein, die erst nach ihrem Tod aufgefunden wurden und die der Diogenes-Verlag diesen Oktober publizieren wird.

22 Romane hat Highsmith veröffentlicht, und nicht minder zahlreich sind deren Verfilmungen. Das Zürcher Filmpodium zeigt nun gleich 17 davon: Darunter die Adaption des 1950 veröffentlichten Erstlingswerks «Strangers on a Train», das nur ein Jahr später von keinem anderen als von Alfred Hitchcock für die Leinwand realisiert wurde, sowie die bekannteste Highsmith-Verfilmung überhaupt, «Der talentierte Mr. Ripley» von Anthony Minghella von 1999. Die Rückkehr ins Kino – eigentlich ein freudvoller Anlass, der dann auch noch mit dem Sommer zusammenfällt – dürfte also zu einem dunklen Vergnügen werden. (vsv)


Das Programm findet sich unter: https://www.filmpodium.ch/reihen-details/57818/highsmith-im-film 

«Unverzichtbare Lektüre:
eine intellektuelle Zündkerze, die das
Weiterdenken in Gang bringt.»
Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
über den «Schweizer Monat»