Der beste Science-Fiction-Roman aller Zeiten?

Bald startet im Kino eine neue Verfilmung des Erfolgsromans «Dune». Doch auch die Lektüre des Originals von 1965 lohnt sich.

Der beste Science-Fiction-Roman aller Zeiten?
Fotografiert von Daniel Jung.

«The greatest science fiction novel ever written»: Das steht unbescheiden auf der Rückseite der englischsprachigen «Dune»-Ausgabe, die zum 50. Jahrestag des Romans erschien. Der amerikanische Autor Frank Herbert (1920–1986) veröffentlichte den einflussreichen Roman 1965 – und erweiterte die Welt rund um den Wüstenplaneten Arrakis danach mit zahlreichen weiteren Veröffentlichungen.

Die Geschichte ist gut gealtert, weil durch einen inhaltlichen Kniff – nach einer Revolte, «Butlers Djihad» genannt, wurde die Computertechnologie verbannt – kaum überholte Annahmen über die Zukunft enthalten sind. Der Roman beeindruckt, weil Herbert schon mit dem ersten Buch seines Zyklus eine erstaunlich komplexe und spannungsreiche Welt geschaffen hat: In einer feudalen, multiplanetaren Gesellschaft kämpfen mächtige Adelshäuser, ein Kaiser, eine Raumgilde (die den Weltraumtransport beherrscht) und ein mystischer Frauenorden um Macht und Einfluss.

Es klingen Motive aus der Religion an, viele Elemente wurden später in «Star Wars», «The Matrix» oder «Game of Thrones» aufgenommen. «Angst ist der Geisteskiller», heisst es in einer «Litanei gegen die Angst», die dem Roman vorangestellt ist – ein Thema auch in der Coronapandemie.

«Dune» ist eine Messiaserzählung mit gigantischen Sandwürmern und ökologischem Überbau. Die Klimafrage im Roman unterscheidet sich allerdings von unserer: In «Dune» sehnt sich das naturverbundene Volk nach Geo-Engineering, während das kapitalistische Imperium mit Gewalt die brutale Erhitzung des Wüstenplaneten verteidigt.

Ist «Dune» also der beste Sci-Fi-Roman aller Zeiten? Natürlich kann ich diese Frage nicht beantworten – auch weil «aller Zeiten» weit in die Zukunft reicht. Klar ist aber: Eine Lektüre lohnt sich heute, nicht nur, um die Zeit bis zum Kinostart der starbesetzten Neuverfilmung durch Denis Villeneuve (Arrival, Blade Runner 2049) zu vertreiben. Kinostart im deutschsprachigen Raum ist der 16. September. (dj)

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Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
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