Deprimierende Demokratie

Laut einer Studie sind wir vor Wahlen unglücklicher – doch der seelische Schmerz lohnt sich.

Muss der Bundesrat den Stimmunterlagen künftig den Warnhinweis «Vorsicht: Wahlen schaden Ihrem Wohlbefinden» beilegen? Eine Studie der Universität Basel zu 24 europäischen Ländern kommt jedenfalls zum Schluss, dass die Menschen in den 30 Tagen vor einer Wahl im Schnitt signifikant unzufriedener mit ihrem Leben sind. Der Autor Nicolas Schreiner begründet dies mit den negativen Effekten von politischen Konflikten im persönlichen Umfeld und dem Aufwand, sich zu informieren.

Wahlen deswegen abzuschaffen, wäre allerdings eine schlechte Idee. Denn andere Untersuchungen zeigen generell einen klar positiven Effekt von Demokratie auf das Wohlbefinden. Schreiner kommt daher zum Schluss: «Der kurzfristige Rückgang der Lebenszufriedenheit in den Monaten vor einer Wahl kann als notwendige Investition verstanden werden, um die langfristigen Gewinne der Demokratie für das Wohlbefinden zu erreichen.» Es gibt eben nichts gratis im Leben. (lz)

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»