Das lange Leben

Das lange Leben

Verehrte Leserinnen und Leser

Tag für Tag steigt die Lebenserwartung um etwa drei Stunden. Schon seit Jahrzehnten prognostizieren (seriöse) Institute eine baldige Verlangsamung dieses Anstiegs, da der grösste Teil der einfach auszuschaltenden Risikofaktoren bald eliminiert und an der maximal menschenmöglichen Lebensspanne nicht zu rütteln sei. Bis heute ist von ­dieser Verlangsamung wenig zu sehen. Ganz im Gegenteil: Eine zunehmende Anzahl von Experten hält künftig einen ­beschleunigten Anstieg der Lebenserwartung für wahrscheinlich. Das liegt an einem sich langsam abzeichnenden Paradigmenwechsel: Immer mehr Biotechnologie­unternehmen und Forschungsinstitutionen beschäftigen sich nicht mehr bloss mit einzelnen Alterskrankheiten, sondern mit dem Prozess der Alterung per se. Denn diese ist letztlich Auslöser für Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Herzschwäche. Der britische Bioinformatiker und Langlebigkeits-Guru Aubrey de Grey mutmasste vor einigen Jahren, schon in wenigen Jahrzehnten könne die «Langlebigkeitsflucht­geschwindigkeit» erreicht werden, der Punkt also, an dem die ­Lebenserwartung jedes Jahr um mehr als ein Jahr steigt – was zumindest für die noch nicht ganz Alten unter uns bedeuten würde, dass sie nach jeder Silvesterparty Pläne für eine noch längere ­Zukunft fassen dürften. Dass solch eine zunehmend alterslose Gesellschaft drastische Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und das Konzept der ­Altersvorsorge hätte, ist ­offensichtlich.

In der Schweizer Politik könnte man derweil gar nicht weiter von derartigen Visionen entfernt sein. Diskutiert werden stattdessen bei den aktuellen Vorlagen «AHV 21» und «BVG-Revision» Details wie: «Wie hoch soll die Reduktion der Kürzungssätze bei ­Frühpensionierungen als Kompensation für die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre ausfallen?» oder «Ist es angemessen, den Bestand der BVG-Renten bei ­Reduktion des Umwandlungssatzes über eine Lohnabgabe im Umlageverfahren zu ­garantieren?».

Der «Schweizer Monat» und die Valitas Sammelstiftung BVG begnügen sich weder mit den Visionen noch mit dem Kleingedruckten. Darum beschäftigen wir uns in der vorliegenden Sonderpublikation mit beidem. Wir hoffen, Ihnen damit weiterhin ein verlässlicher Partner in dieser herausforderungsreichen Welt zu sein.

Wir wünschen Ihnen anregende Lektüre und ein erfolgreiches Jahr 2020!

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
über den «Schweizer Monat»