«Da-dum… Da-dum…»

Als Steven Spielberg den Hai sah, geriet er in Panik. Aber nicht, weil er Angst hatte vor dem acht Meter langen Monster. Im Gegenteil: Der ferngesteuerte Hai, den Spielberg für die Dreharbeiten von «Jaws» hatte bauen lassen, war alles andere als furchteinflössend. Die Zähne sahen unecht aus. Der Kiefer liess sich nicht richtig schliessen. Das Tier schielte. Und das Schlimmste: Der mechanische Fisch sank bei seinem ersten Einsatz wie ein Stein.

Die Filmcrew verspottete den Star von «Jaws» als «Flaws» (engl. Mängel). Und Spielberg kriegte die Panik: Wie sollte er eine Horrorgeschichte erzählen, wenn er den Horror nicht zeigen konnte? Der Regisseur war überzeugt, dass seine Hollywood-Karriere vorüber war.

Da wurde ihm auf einmal etwas klar: Was ist furchteinflössender als der Horror in unserem Kopf? Es ist das, was wir nicht sehen, was uns echt Angst macht.

Darum beschloss Spielberg, den Monster-Hai in seinem Film nur anzudeuten. So wie in der ersten Szene von «Jaws»: Fröhlich schwimmt eine junge Frau im Meer, als sie auf einmal von etwas Unsichtbarem gepackt und in die Tiefe gezogen wird.

Der Regisseur setzte auch auf die Kraft der Musik von John Williams, um den mechanischen Fisch nicht zeigen zu müssen: Da-dum… Da-dum… Da-dum-da-dum-da-dum-da-dum-da-dum-da-dum…

Ein anderer Trick Spielbergs erwies sich als besonders effektiv: die Kameraführung aus der Sicht des Hais.

Die Perspektive war so furchteinflössend, dass sie seitdem in jedem Horrorfilm verwendet wird.