Coronapolitik zum Wohlfühlen
Bild: Édition De Caro.

Coronapolitik zum Wohlfühlen

Ein neues Buch will die zwei Seiten der Coronadiskussion und die Polarisierung aufbrechen. Gehört aber der Streit nicht schlicht zur Politik?

Manche mögen sich wohl noch vage daran erinnern, dass im Angesicht der Pandemie anfänglich noch ein gewisses Gemeinschaftsgefühl bestand: Wir packen das zusammen an! Dies ist nicht die Situation, um billige Parteipolitik zu machen. Lange hielt es nicht an, schon bald brach die öffentliche Diskussion auf zwei diametral gegenüberstehende Standpunkte hinunter. Differenzierte Abwägungen zogen nicht mehr.

Rachele De Caro will diesem Reduktionismus entgegenwirken. Für ihr Buch «Das Dazwischen» traf sie sechs Persönlichkeiten, deren Beiträge sie während der Pandemie als «Zwischentöne» wahrnahm. Dazu gehört Barbara Schmid-Federer, Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes und Vizepräsidentin bei Pro Juventute. Sie machte sich besonders Sorgen um die Situation von Kindern und Jugendlichen und konnte deren zunehmendes Hilfsbedürfnis direkt miterleben. Mit dabei ist ausserdem der Direktor von Avenir Suisse, Peter Grünenfelder. Für ihn ist es wichtig, dass man Zielkonflikte offen anspricht, um gute Lösungen zu finden.

Aus den Gesprächen entstanden Porträts und Interviews. Die ruhigen Stimmen sind tatsächlich ein schöner Gegensatz zu den lauten, welche man in den letzten Jahren besser hörte. Die Grafikdesignerin Manu Beffa gestaltete das Buch in passend entspannten Pastelltönen mit einigen knalligeren Farbspritzern.

Der Streit und die Auseinandersetzung gehören zur Politik dazu. Man muss aufpassen, dass die Mittelposition nicht zum Selbstzweck erhoben wird. Das heisst aber wiederum nicht, dass man in der Argumentation nicht trotzdem sachlich und ruhig bleiben kann. Das Buch ist ein guter Versuch in diese Richtung. (mg)

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
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