Bürgerbildung

Juni-Ausgabe mit Beiträgen von Norbert Bolz, Deirdre McCloskey, Cédric Wermuth, Bazon Brock, Götz Aly, Carlos A. Gebauer, Beat Kappeler, Hans Geiger, Peer Steinbrück, Klaus Modick, Kenneth Mauerhofer uvm.

Bürgerbildung

Was ist eigentlich ein Bürger? Das ist jemand, der sich Unabhängigkeit, Gelassenheit und guten Geschmack bewahrt hat, sagt Norbert Bolz. Inmitten von tätowierten Arschgeweihen und modischen Experimenten fällt er mit seiner bürgerlichen Uniform mittlerweile auf. Doch was zeichnet den Bürger über den Geschmack hinaus aus? Die amerikanische Wirtschaftshistorikerin Deirdre McCloskey hat für uns die Ideen ihres Hauptwerks «The Bourgeois Virtues» kondensiert. Sie zeigt, wie bürgerliche Tugenden die ethische Grundlage jenes Wohlstands sind, der heute den westlichen Gesellschaften erlaubt, verächtlich auf die bürgerlichen Werte herabzublicken. SP-Nationalrat Cédric Wermuth erklärt derweil, warum er sich echte bürgerliche Politiker zurückwünscht – mit den heutigen «Bürgerdarstellern» lasse sich nicht einmal mehr schön streiten. Mehr über echtes und falsches bürgerliches Leben in unserem Dossier und im Kunstgespräch mit Bürger-Ausbilder Bazon Brock.

Götz Aly zählt zu den profiliertesten deutschen Historikern. Im Juni 2012 erhält er in der Frankfurter Paulskirche den Ludwig-Börne-Preis. Wir haben Aly zu einem ausgiebigen Gespräch in der deutschen Provinz getroffen. Er erläutert die mentalen Konstellationen Deutschlands, die im 20. Jahrhundert zu Rassenhass und nationalem Sozialismus führten. Dabei geht es um politisch bewirtschafteten Neid, aber auch darum, wie die Deutschen die modernen französischen Ideen von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit kollektivistisch missdeuteten. Lesen Sie mehr im grossen Gespräch.

Weitere Gedanken zu europäischen Irr- und Auswegen finden Sie von den beiden Publizisten Carlos A. Gebauer und Beat Kappeler. Bankenprofessor Hans Geiger zeigt, wie Staaten über die Regulierung von Bargeld den Zugriff auf die Bürger ausdehnen. Der politische Kavallerist Peer Steinbrück war zum diesjährigen St.-Gallen-Symposium eingeladen – und gab uns ein Interview.

Für Peer Steinbrücks Aussagen braucht es ihn nicht, sonst aber sind wir häufig auf ihn angewiesen: den Übersetzer. Der deutsche Schriftsteller Klaus Modick, selbst Übersetzer, gibt exklusiven Einblick in den Schaffensprozess eines Berufsstandes, der viel zu selten echte Würdigung erfährt. Ähnlich ergeht es auch den Philosophen. Der Zürcher Musiker und Autor Kenneth Mauerhofer will das ändern. Er entwirft exklusiv für uns eine Serie unter dem Titel «Ausverkauf der Philosophen». Seine humoristische Abkürzung durch die Philosophiegeschichte startet in der aktuellen Ausgabe.

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