Blogs, Rede & Widerrede

10.03.2009

Cyrill Engeli, freilich.ch, http://www.freilich.ch/

Karriere-Tip

«Warum wettern die Amerikaner eigentlich gegen die Steuerhinterziehung? Das Delikt ist ja in den USA nichts anderes als ein Karriere-Beschleuniger: man wird damit entweder Finanzminister (T. Geithner) oder zumindest als Gesundheitsminister nominiert (T. Daschle). Das Bankgeheimnis ist da natürlich hinderlich; nur wenn die Hinterziehung bekannt wird, hat man wirklich Aussicht auf einen ‹Top Job›.»

09.03.2009

Oliver Luksic, antibuerokratieteam.net, http://www.antibuerokratieteam.net/

VEB Opel

«Wenn der Staat Opel Subventionen gibt, wird es wohl ein Fass ohne Boden werden. Abgesehen davon würde da wohl eher GM als Opel von profitieren. Wieso man dann den zahlreichen anderen (natürlich nur den Grossen, nicht den KMU) notleidenden Firmen nicht helfen soll, kann dann auch niemand mehr erklären. Der VEB Opel wäre ein ordnungspolitischer Dammbruch.»

16.02.2009

Christian Hannover, Freunde der offenen Gesellschaft, http://fdog.wordpress.com/

Klingt ähnlich dämlich

«Der Staat will der grossen Fürsorge und sozialen Gerechtigkeit wegen Banken kontrollieren und Bänkergehälter beschneiden. Die Idee ist nicht neu. Im zweiten Viertel des letzten Jahrhunderts wurden die folgenden Massnahmen gefordert: ‹Tiefstes soziales Verantwortungsgefühl zur Herstellung besserer Grundlagen unserer Entwicklung, gepaart mit brutaler Entschlossenheit in der Niederbrechung unverbesserlicher Auswüchslinge.› Wer als erstes herausbekommt, von wem diese Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit stammt, hat gewonnen.»

März 2009

Reinhart R. Fischer, Nyon, Leserbrief

Das sind elementare Denkfehler, Herr Professor!

«Der Soziologe Ulrich Bröckling spricht in Nr. 967 der SMH vom Unternehmertum mit der sicheren Kompetenz eines Sommerfrischlers, der von der Hotelterrasse in Grindelwald per Fernglas den putzigen Kraxlern in der Eigernordwand zusieht und anschliessend kenntnisreich vom Bergsteigen, von der Soziologie des Bergsteigers und von der Technik des Kletterns spricht und, nach Rückkehr an sein Studierpult, selbstverständlich auch schreibt. Wobei er elementare Denkfehler macht, die einem akademischen Lehrer nicht unterlaufen dürften. Alle Füchse haben Schwänze, aber nicht alle Tiere mit Schwänzen sind Füchse. Nicht alle, die nicht in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, sind bloss deshalb auch schon Unternehmer, weil Unternehmer typisch nicht angestellt sind. Beim Flaschensammler (dem «emblematischen Unternehmer» Bröcklings!) stimmt ausser seinem Nichtangestelltsein nichts mit den für einen Unternehmer charakteristischen und notwendigen Kriterien überein. Aber es ist ein längst abgestandener, jedoch in gewissen Kreisen unverändert beliebter Trick, bei Fehlen stichhaltiger Argumente ein falsches Beispiel zu wählen, um daran mit Leichtigkeit das aufzuhängen, für das man anderswie keinen Galgen findet.

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Rolf Dobelli, Bestseller-Autor und Unternehmer,
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