Blogs, Rede & Widerrede

07.12.2008

Robert Nef, SMH Blog, www.schweizermonatshefte.ch/blog/

Das subversive Potential der Familie

«Die wirksamste Familienförderung würde darin bestehen, der Familie möglichst viel Eigenständigkeit zu belassen und und sie nicht durch gutgemeinte Fördermassnahmen zu entmündigen und unnötig zu machen. Wer die Familie ‹im Griff› hat, kann auf diesem Weg auch die Gesellschaft indoktrinieren und beherrschen. Das m.E. beste Buch zur Geschichte der Familie stammt vom englischen Autor Ferdinand Mount (1982): ‹The Subversive Family: An Alternative History of Love and Marriage›. Mount weist nach, dass die christliche Kirche, wie übrigens alle religiösen Institutionen, die natürliche Dissidenz der Familie schon längst vor dem Wohlfahrts- und Bevormundungsstaat zu zähmen und zu beherrschen versuchte. … Ohne das Familienerbe als ökonomische Basis gab und gibt es nur wenig materielle Familienautonomie. Diese Komponente der Familienförderung bzw. -stützung ist im Lauf der Geschichte häufig unterschätzt worden. Wer die Familie wirklich über Generationen hinweg auch ökonomisch autonom halten will, darf das Familienerbe als materielle Basis nicht durch Steuern oder Inflation an den Staat abführen.»

06.12.2008

Tomislav Rus, Ökologismus, http://www.oekologismus.de/

Kampf den Glühbirnen (nach dem Ende der Gurkenkrümmung)

«Auf der Suche nach bislang brachliegenden Beschäftigungsfeldern haben unsere EU-Bürokraten endlich ein neues Ziel ausgemacht: in Zeiten des CO2-Wahns und des bevorstehenden globalen Wärmetods hat man sich in Brüssel nun endlich dazu durchgerungen, dem Klimaschwein ‹Glühbirne› den Garaus zu machen. Weltbewegender Erfolg der Zwangsmassnahme: optimistisch geschätzt 1,05 % des Energieverbrauchs aller deutschen Haushalte. Erkauft wird dies durch Berge von Elektroschrott, Sondermüll und Wolken von Elektrosmog.»

04.12.2008

Jan Filter, Filterblog, http://blog.jan-filter.de/

Sterbehilfe und was die Gesellschaft will

«Grade in der Fernsehsendung ‹Menschen in den Schlagzeilen› im NDR gehört: ‹Kommerzialisierung des Sterbens, Tod aus den Gelben Seiten – ist es das, was die Gesellschaft will?› … Aber darf in so einem wichtigen Punkt wirklich eine Rolle spielen, was die Mehrheit der Gesellschaft will? Ist der Wille der Mehrheit wichtiger als das Leben des Einzelnen und seiner allerletzten Wünsche? Ist das etwa, was die Gesellschaft will?»

03.12.2008

Wladimir Kraus, erzliberal.de, http://erzliberal.blogspot.com/

Konsumgutscheine gegen Rezession?

«Die Frage nach der Finanzierung der Konsumgutscheine ist entscheidend. Werden die Scheine direkt durch Steuergelder bezahlt, so würde die durch Konsumgutscheine induzierte ‹Konsumbelebung› bestenfalls die privaten Konsumausgaben der besteuerten Bürger substituieren – eine schlichte Umverteilung der Kaufkraft ohne jegliche ‹Konjunktureffekte›. Bestenfalls; weil wenn die Steuereinnahmen ihren Ursprung in den Unternehmenssteuern haben, dann reduzieren sie die Nachfrage nach Arbeitskräften und Kapitalgütern direkt.»

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»