Blogs, Rede & Widerrede

15.11.2008

Robert Nef, SMH Blog, www.schweizermonatshefte.ch/blog/

Der Markt – eine Schule ohne Lehrer

Man hat die Ökonomie im handelsfeindlichen, an feudalistischen Werten wie Ehre und Gefolgschaft ausgerichteten Kontinentaleuropa zu Unrecht immer wieder mit Egoismus und Materialismus gleichgesetzt. Market breeds morality, der Markt bringt Moral hervor. Der Tausch (nicht nur Ware und Dienstleistung gegen Geld, sondern auch der Austausch von Information, Innovation, Kreativität und Zuneigung) kultiviert die Menschen, während die Politik mit ihrer Handhabung des Zwangsmonopols und ihrer Ausrichtung auf den Zwietracht stiftenden Begriff der Gerechtigkeit soziales Lernen kaum ermöglicht. Der Markt ist eine «Schule ohne Lehrer», die dank realistischen An-und Abreizen funktioniert.

05.11.2008

Manfred Messmer, Arlesheim Reloaded, http://www.arlesheimreloaded.ch/

Obama-Wähler gegen Homo-Ehe

«In Kalifornien liegt derzeit Barack Obama mit 61% vor John McCain (37%). Gleichzeitig wurde im Golden State über die Proposition 8 abgestimmt. Damit wollte eine religiös-konservative Gruppierung erreichen, dass künftig die Ehe exklusiv heterosexuell orientierten Menschen vorbehalten bleibt… Die Anti-Homo-Ehe-Abstimmungsvorlage wurde deutlich angenommen… Das irritiert zumindest die, die meinen, bei Obama-Wählern handle es sich, im Gegensatz zu Palin-Anhängern, um fortschrittlich denkende Leute.»

18.10.2008

Norbert Berthold, Wirtschaftliche Freiheit, http://wirtschaftlichefreiheit.de/

Abschied von sozialpolitischen Illusionen

«Der alte Glaubenssatz der Ökonomie bleibt erhalten:

soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Effizienz stehen in einem Zielkonflikt. Allerdings lässt er sich auf zwei

Wegen entschärfen. Zum einen durch einen effizienter

organisierten Sozialstaat, der sich bei der Produktion von ‹sozialer Sicherheit› und ‹sozialer Gerechtigkeit› auf seine Kernkompetenzen beschränkt. Zum anderen durch funktionsfähigere Güter- und Faktormärkte. Das hat schon Walter Eucken angemahnt: ‹Soziale Gerechtigkeit sollte man also durch Schaffung einer funktionsfähigen Gesamt-ordnung und insbesondere dadurch herzustellen suchen, dass man die Einkommensbildung den strengen Regeln des Wettbewerbs, des Risikos und der Haftung unter-wirft.›»

17. 10. 2008

Michael Mühlenhort, Gütersloh, Leserbrief

Polemische Aneinanderreihung polysemantischer Schlagwörter

Der Artikel von Roland Baader (SMH 964, S. 17) ist mir negativ aufgefallen. Diese intellektuell unredliche Art von Marktradikalismus, wo Meinungen als Fachwissenschaft ausgegeben werden, ist nur schwer zu ertragen. Es steht ja nicht «Privatmann», sondern «Nationalökonom» unter dem Text, und dieser Zunft stellt der Herr Baader ein sehr schlechtes Zeugnis aus mit einem Artikel, der ausschliesslich aus einer polemischen Aneinanderreihung polysemantischer Schlagwörter besteht. Allerdings ist mir auch schon in dem Heft zum deutsch-schweizerischen Verhältnis aufgefallen, dass einige Autoren in den SMH gerne den Markt und seine Segnungen preisen. Das stimmt alles nicht zu meiner Weltsicht, aber nach der Welle teilweise haltloser linker Ideologiekritik der 70er und 80er Jahre gibt es in der veröffentlichten Meinung seit einigen Jahren eben den Mainstream der oft ebenso haltlosen liberalen Marktbewunderung. Hinter diesem Verhalten vermute ich übrigens viel eher ein Stockholm-Syndrom als gegenüber dem Staat, wie Herr Jenny das nahelegen will. Denn im Gegensatz zum Markt ist der Staat ein besiegbares Monster, wenn er denn mal wieder besiegt werden müsste.

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
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