Best-of der verbotenen Bücher
Bild: Reason.

Best-of der verbotenen Bücher

Das amerikanische Magazin «Reason» empfiehlt Literatur, die andere verbannen wollen.

Es ist eine Tradition der Sommerzeit, dass Medien ihren Lesern Empfehlungen für die Ferienlektüre geben. Das libertäre amerikanische Magazin «Reason» steht da nicht abseits. Seine Literaturtips sind allerdings eher unorthodox: Es empfiehlt ausschliesslich Bücher, die irgendwo in den USA verboten, aus Bibliotheken oder Lehrplänen verbannt worden sind.

Wer glaubt, dass dieses Kriterium die Auswahl stark limitiert, täuscht sich. Tatsächlich ist die Lust, andere am Lesen bestimmter Bücher zu hindern, in den USA quicklebendig. Die American Library Association führt eine (unvollständige) Liste von (erfolgreichen) Versuchen, Bücher zu verbannen. 2021 zählte die Organisation über 700 solcher Versuche, die über 1500 Bücher betrafen. Die Zensurbestrebungen kommen von rechts wie von links. Betroffen sind Klassiker wie Shakespeares «Romeo and Juliet» (wegen sexueller Anspielungen), Harper Lees «To Kill a Mockingbird» (rassistische Ausdrücke) oder «Harry Potter» (Okkultismus), aber auch neuere Erscheinungen wie das Transgender-Kinderbuch «I am Jazz».

Die «Reason»-Redaktion erweist in ihrer Sondernummer den besten verbannten Büchern die Reverenz. Auf dass sie nicht weniger, sondern erst recht gelesen werden und die Zensurbemühungen so zum Bumerang werden. (lz)

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Peter Hettich, Professor für öffentliches Wirtschaftsrecht,
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