SAID

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Deutschland

Digitalisierte Dämonen, defenstrierte Demokraten, dickdarmkranke Diktatoren, durchrasste Diseusen, dünnschissige Demagogen, disziplinlose Dunkelmänner, domestizierte Dinosaurier denken dauernd dialektisch, derweil die demoskopische Demokratie durch diverse Desaster dahindöst. Deutschland – Dornröschen definiert die Dolchstosslegende, Drachenblut duldet das dünne Dach der Denker, die dritte Dimension des Damaszenenschwertes; die dauernde Diaspora.

von SAID
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auf der suche nach europa

wir sind barbaren? also gut. wir werden euch zeigen, was das ist – barbaren. und unsere unbarmherzige, schreckliche antwort – wird allein menschenwürdig sein. alexander block erinnerst du dich, europa, an unsere ersten berührungen? ich war vielleicht vierzehn oder fünfzehn jahre alt, ein halbwüchsiger, der mit einer unausgegorenen wut auf die diktatur sich aufmachte, die […]

von SAID
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Nur nicht stehen bleiben!

Im Fokus 2005: Preisträger des Chamisso-Preises
Februar: Aglaja Veteranyi
März / April: Catalin D. Florescu
Mai: Ilma Rakusa
Juni / Juli: Dragica Rajcic
August / September: Francesco Micieli
Oktober / November: Zsuzsanna Gahse
Dezember / Januar: SAID

Der Adalbert-von-Chamisso-Preis wird seit 1985 an Autorinnen und Autoren nichtdeutscher Muttersprache
für ihre Beiträge zur deutschen Literatur vergeben.

Mit dem Dichter SAID beenden wir den Fokus «Chamisso-Preis». Nach einer Einführung von Iso Camartin folgen fünf bisher unveröffentlichte Texte des Preisträgers von 2002.

die stadt

sie lehnt die erde ab und meint jede berührung mit ihr sei eine abwärts gerichtete zärtlichkeit sie überläßt ihre toten den einheimischen tieren und ihre gebeine den fremden winden ihre grenzen sind verseuchte mülldeponien die zu festungen mutiert sind die stadt lebt von den fortgegangenen und vom fleisch ihrer erzählungen dem fremden wird an der […]

von SAID
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er wird kommen

das telephon läutet dreimal. zweimal. dann einmal. seit 7 tagen sitze ich zwischen 14 und 16 uhr zu hause und warte auf dieses zeichen. ich brauche mich gar nicht zu beeilen. wir haben zeit bis zur abenddämmerung; jetzt im sommer kommt sie recht spät. ich setze mich hin, um einen brief an e. zu schreiben. […]

von SAID
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der engel und die taube

plötzlich hörte die straße auf und ich entdeckte hinter mir ein haus. ich hatte keine ahnung, daß es mir gefolgt war. an die tür gelehnt stand ein engel – gelangweilt, und feilte sich die fingernägel. er fragte mich, wonach ich rieche. jasmin oder minze, überlegte ich. minze ist besser. sie vertreibt auch schlangen. und diese […]

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Ohne Titel

Um zu bleiben, braucht man hier zwei Lungen für einen Atemzug, einen Wurzelstock für zwei Erdklumpen, zwei Schatten für eine Sonne, einen Kuß für zwei Hände. Unter den entzündeten Augen dieses überwachen Jahrhunderts kauern die Besiegten; und der Tod gebeugt über das Verschwiegene.

von SAID
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