Jürg Berthold

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Jürg Berthold

Gedehnte Gegenwart, globalisierte Kunst

«Gesichertes Wissen», wie es die Becksche Reihe darbieten will, ist im volatilen Bereich der Gegenwartskunst nicht zu haben. Der in Zürich lehrende Kunsthistoriker Philip Ursprung hat sich deshalb für einen Zugang entschieden, den er performativ nennt. Der Umstand, dass jede Geschichte der Kunst abhängig von einem subjektiven Standpunkt erzählt werden muss, soll zum Prinzip der […]

Hinglish, Spanglish, Globish – Rubbish?

Vor einigen Jahren fand auf Ischia ein internationaler Hegelkongress statt. Eine Spielregel lautete: Jeder spricht, ausser in den Beiträgen, in der Sprache, die er am zweitbesten beherrscht. So stellte jemand nach einer Intervention in englischer Sprache auf Deutsch eine Frage, worauf der Vortragende auf Französisch antwortete und eine Entgegnung auf Italienisch provozierte. – Ganz anders […]

Von der Gefahr eines «physiognomischen Autodafés»

Was, wenn man die Bösen an ihren Gesichtern erkennen könnte? Oder wenn ein Blick in die Gehirne zeigen würde, woran man mit jemandem ist? Endlich hätte man, in Form von Hirnbildern, den Atlas des Uomo delinquente, wie ihn schon Cesare Lombroso entworfen hat (1878). Lichtenbergs Schreckensvision wäre dann bedrohlicher denn je: «Wenn die Physiognomik das […]

Im Spektakel der Präsenz

Marco Baschera & André Bucher (Hrsg.): «Präsenzerfahrungen in Literatur und Kunst». München: Fink, 2008. Die Repräsentation ist eine Macht, ihr ist nur schwer zu entkommen. Wir lesen Romane, als wären sie Abbildungen wirklicher Welten. Zeichen nehmen wir als das wahr, wofür sie stehen. Die Welt der Kunst scheint eine Welt der Verdoppelung zu sein: was […]