Jörg Scheller

lebt als Kunstwissenschafter, Journalist und Musiker in Bern und in diversen Schnellzügen. Er lehrt an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), kuratierte 2013 im Auftrag der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia den «Salon Suisse» auf der 55. Biennale von Venedig und jüngst die Ausstellung «Building Modern Bodies. Die Kunst des Bodybuildings» in der Kunsthalle Zürich.

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Jörg Scheller

Am Rand
Früher Edeladresse, heute mitunter Arztpraxis: das Hotel Cosmos in Chisinau, fotographiert von Roberto Conte.
Am Rand

Wenn von Europa die Rede ist, ist schnell die Rede von Brüssel, Paris, London oder Berlin. In der Republik Moldau, einem der jüngsten Nationalstaaten des Kontinents, lassen sich viele Probleme Gesamteuropas studieren – aber auch mögliche Lösungen.

Das Prinzip Manifesta
Michel Houellebecq, photographiert von Livio Baumgartner / Manifesta 11.
Das Prinzip Manifesta

Künstler beim Bestatter, Hundesalons in Galerien und ein Gruselopa in der Edelklinik – die Manifesta 11 machtʼs möglich. Aber: hat Zürich diese Art der künstlerischen Strukturförderung wirklich nötig? Einsichten aus dem Kuratorium und der Geschichte einer Wanderbiennale.

«Und»-Kunst nach altem Vorbild
Bruce Nauman: The true artist helps the world by revealing mystic truths, 1967. Photographiert von Giulia van Pelt / CC BY-NC-ND 2.0. © Bruce Nauman / 2016, ProLitteris, Zurich.
«Und»-Kunst nach altem Vorbild

Sie machen Duftkonzepte, produzieren Onlinezeitschriften und peitschen auch mal die Alpen aus: Hybridkünstler machen zwar nicht alles, aber immer öfter vieles. Allerdings: was gestern Avantgarde war, ist heute kunstpädagogisches Ausbildungsziel.

Alles muss sich ändern, damit alles bleibt, wie es ist
Kunstprotest ist keine Erfindung von Pussy Riot – eine italienische Künstlergruppe agitiert 1899 gegen die Ausstellungspolitik der Biennale di Venezia. Bild: ANB.
Alles muss sich ändern, damit alles bleibt, wie es ist

Kunstausstellung? Ort der bunten Völkerverständigung? Profane Touristenattraktion? Geldwaschmaschine für den globalen Art-Jetset? Ein Mangel an Definitionen für die Biennale dʼArte di Venezia herrscht nicht. Grund genug für ein wenig kunsthistorische Aufklärung.

«Steh auf!»
Rummelsnuff, photographiert von Robert Bartholot.
«Steh auf!»

Ein Mann wie ein Hochseetanker: Seine Oberarme sind aus Stahl, im Maschinenraum dampftʼs – und im Kopf, auf der Brücke, wird stets nüchtern der Kurs bestimmt. Der Berliner Musiker Rummelsnuff hat viel erlebt und weggesteckt. Wie man die Untiefen des Lebens umschifft, weiss dieser Käpt’n deshalb ganz genau.

«So here we are again!»
Lemmy Kilmister, photographiert von Pep Bonet / Noor / Keystone.
«So here we are again!»

Er sitzt in einer trostlosen Umkleidekabine der Eishalle Wetzikon. Seine martialisch beringten Finger umschliessen einen Plastikbecher mit Limonade. Ein Anblick, der ungewohnter nicht sein könnte. Doch Jack & Coke, sein Lieblingsgetränk, hat ihm der Arzt untersagt. Lemmy Kilmister, 68 Jahre alt, Gründer, Sänger und Bassist der Kultband Motörhead und die Personifikation des Rock’n’Roll schlechthin, ist angeschlagen. Doch er macht weiter. Weil er schon vor langer Zeit gesagt hat: «Ich will auf der Bühne sterben.» Nun ist er also zurück. In Wetzikon. Und wirkt frischer als gedacht.

Die fünf besten Motörhead-Alben

No Sleep ’til Hammersmith (1981) Eines der wichtigsten Live-Alben überhaupt und bislang einziger Nummer-1-Hit Motörheads. Musik, die nicht Kunst ist, sondern Energie; nicht Geist, sondern Körper. Das Schlagzeug galoppiert wie Fury auf Speed, die Gitarren wecken Assoziationen an Gischtkronen auf stürmischer See. Enthalten sind einige Klassiker des Albums «Ace of Spades» (1980), darunter «Ace of […]