Andreas Oertli

Andreas Oertli ist Unternehmensberater und Coach.

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Andreas Oertli

…der (fehlenden) Männerbewegung

Seit Jahren wird das Thema «Mann» in den Medien und in der Wissenschaft gewälzt. Tut sich deswegen etwas? Hat die Diskussion etwas daran geändert, dass Männer heute das verletzlichere, schwächere und problematischere Geschlecht sind? Dass sie ungesünder leben, früher sterben, häufiger Selbstmord begehen und gewalttätiger sind? Kommen Jungen in der Schule heute besser klar als […]

…des Wohlstandes

Die Schweiz lobt ihre Innovationskraft und rühmt sich als Insel der Glückseligen mit «freiem Unternehmertum» und «breit abgestützter» Wirtschaftskraft. Grund zum Feiern und Schulterklopfen? Wir denken nein: Seit einiger Zeit sind nämlich auch wir mit einer schleichenden Erosion der frei verfügbaren Mittel konfrontiert. Ein Angriff auf unser individuelles und kollektives Eigentum ist in vollem Gange. […]

…des Leben-und-Sterben-Lassens

Wir gefallen uns in unverbindlicher Toleranz für eigenwillige Lebensentwürfe. Wer andere nicht schädigt oder stört, kann tun und lassen, was er bzw. sie will. Was aber, wenn man/frau gar nicht mehr will? Lassen wir ebenso frei sterben wie leben? Der Rückzug auf die ureigenen Bedürfnisse, bis hin zur freien Entscheidung, in welcher Verfassung und wie […]

…des Schweizer Fussballs

Fussball ist die wichtigste Nebensache der Welt. Er füllt Stadien, bringt Männer zum Verzweifeln, Brüllen und Weinen, fördert oder untergräbt lokalen und nationalen Stolz. Vor der WM 2014 fragen wir uns: Wie halten wir Schweizer es damit? Bestandesaufnahme: Der Oberwalliser Sepp Blatter steht der (nach der katholischen Kirche) mächtigsten nichtstaatlichen Organisation vor. Unsere Nationalmannschaft wird […]

…der Aufmerksamkeitsgier

Twitter, Facebook, Instagram und die ganze virtuelle Welt der Social Media sind für viele das echte Leben. Intimes ist gedankenlos und impulsiv per Tastendruck im Äther verewigt, beliebig für Unbekannte verfügbar und der Kontrolle des Versenders entglitten. Kürzlich wurde bekannt, dass kaum vorstellbare Mengen an Datensätzen mit privaten Informationen von und über Millionen von Bürgern […]

…des Schweizers Lust

Umfragen zufolge haben wir mehr guten Sex als die meisten in Europa, im Durchschnitt. Das erstaunt. Zurückhaltung, Gehemmtheit ist doch unser Markenzeichen. Politische Korrektheit nimmt überhand. Die Anmache in anderen Ländern wirkt von aussen betrachtet offener, Männer und Frauen scheinen es sich dort leichter zu machen, miteinander Spass zu haben. Wir sind erotische Lustbremsen, alles […]

…der alltäglichen Mauscheleien

Mauscheln ist nicht das echte, grosse Betrügen. Mauscheln, das ist «ein bisschen betrügen in korrekter Verpackung». Der Klassiker ist vielen bekannt: Szenario 1: Herr Protz hat seinen für 10 000 Franken in Persien erstandenen Teppich fein säuberlich gefaltet in seinem Koffer und strebt im Pulk anderer Touristen mit auffällig unauffälliger Unschuldsmiene durch den grünen Ausgang […]

…der Schweizer Neurose

Wir Schweizer sind zu freundlich, selbst dann, wenn man uns auf der Nase herumtanzt. Wir sind entgegenkommend in Zeiten, in denen Wehrhaftigkeit angesagt wäre. Wir wehren uns nicht entschlossen genug gegen infame Anwürfe und Beleidigungen, wir halten zu wenig dagegen, wenn Kampfeslust und Widerstand angezeigt wären. Wir sind zu nachsichtig gegenüber Gästen in unserem Land, […]

…der Politikverdrossenheit

Der Verdruss hat in ganz Europa einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Bürger fühlen sich verraten und verkauft. Von Politikern und ihren Parteien, denen sie noch vor kurzem voller Zuversicht vertraut und ihre Stimme gegeben haben. Verkauft! In Zypern stehen sie vor geschlossenen Banken, weil sie den Beteuerungen der Politiker, dass ihre Ersparnisse sicher seien, geglaubt […]

…der Lethargie

Der Mensch wird von zwei Grundtrieben bewegt und gedrängt: dem Lebenstrieb und dem Todestrieb. Ziel des ersteren ist, Lust und Befriedigung zu finden, dem Leben Sinn abzugewinnen, Ziele zu erreichen. Der Todestrieb arbeitet in die entgegengesetzte Richtung: Er will das Aktivierungs- und Erregungsniveau herabsetzen, sucht den toten Zustand, arbeitet in Richtung Verdrängung. Stillstand. Friedhofsruhe. Lethargie. […]