Auftakt

Haben Sie sich schon einmal die Zeit genommen, den Versicherungsausweis Ihrer Pensionskasse genau zu lesen? Und falls Sie sich die Mühe gemacht haben – haben Sie ihn auch wirklich verstanden?

Wir hegen in der Schweiz viel Vertrauen in unsere Altersvorsorge. Aber so vertrauenerweckend das Modell auch wirken mag, es hat Risse bekommen.

Die erste Säule – die staatliche Rentenversicherung (AHV) – häuft seit Jahren Schulden an und ist angesichts der versprochenen Leistungen nicht nachhaltig finanziert. Die dritte Säule – die private Vorsorge – verfügt aufgrund der begrenzten Attraktivität bloss über ein beschränktes Spar- und Nutzungspotential. Also bleibt die berufliche Vorsorge – die zweite Säule – als wichtigster Pfeiler unserer finanziellen Sicherheit im Alter, wenn wir am verletzlichsten sind.

Das helvetische Modell der beruflichen Vorsorge wird im In- und Ausland gelobt. Das Kapitaldeckungsverfahren garantiert, dass der Beitragszahler im Alter verzinst das zurückbekommt, was er zeit seines Lebens eingezahlt hat. Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhalten sich solidarisch, indem sie sich in die Beiträge teilen. Geschütztes Eigentum und Solidarität: soweit die Theorie.

Die Praxis präsentiert sich jedoch anders. Die zweite Säule hat sich gleichsam in einen Dschungel von Vorschriften und Regularien verwandelt, in dem nur mehr einige wenige Experten den Überblick haben. Die politischen Vorgaben sind weitgehend illusorisch (Mindestzins, Umwandlungssatz, Leistungsversprechen), die Intransparenz und Ineffizienz in der Verwaltung vieler Pensionskassen gross, die Geldflüsse verwickelt, die Verwaltung oft teuer. Nur eins ist gewiss: geprellt sind die Beitragszahler von heute, die keine Möglichkeit haben, sich dieser Situation zu entziehen. Bisher jedenfalls nicht.

Unsere Autoren und Gesprächspartner liefern eine schonungslose Analyse der Lage der Pensionskassen in der Schweiz. Sie plädieren für eine Trennung von Versicherungs- und Sparfunktion, für mehr politischen Realismus, für mehr Transparenz und für echte Wahlfreiheit der Beitragszahler. Es gibt erfolgversprechende Modelle von Pensionskassen, die diese Forderungen bereits heute weitgehend erfüllen. Lesen Sie mehr dazu auf den folgenden Seiten.

«MONAT für MONAT
eine sinnvolle Investition.»
Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
über den «Schweizer Monat»