Armdrücken unter Ökonomen
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Armdrücken unter Ökonomen

Alexandra Janssen und Fabio Canetg debattieren in einem neuen Podcast über Geld- und Wirtschaftspolitik.

Das Angebot an Podcasts über Wirtschaftsthemen ist in der Schweiz nicht eben überwältigend. Eine Bereicherung kommt nun in Form von «Börsenstrasse Fünfzehn» (die Hausnummer des Sitzes der Schweizerischen Nationalbank in Zürich) mit Alexandra Janssen und Fabio Canetg, die beide als Gäste bei Studio Libero schon Mikrofonerfahrung sammeln konnten.

Janssen, Leiterin Vermögensverwaltung der Ecofin-Gruppe, und Canetg, Journalist sowie Universitätsdozent, debattieren über Finanzmärkte, Geld- und Wirtschaftspolitik. Das sind nicht die leichtesten Themen für das breite Publikum, wie sich in der ersten Folge schnell zeigt, als die beiden Ökonomen über Geldmengen, Inflationserwartungen oder den technischen Zinssatz fachsimpeln. Dennoch ist der Podcast äusserst kurzweilig, gerade weil die beiden selten einer Meinung sind – worauf Canetg gleich zu Beginn hinweist, als er an seine Gesprächspartnerin gerichtet sagt: «Du bist eher in der liberalen Ecke daheim, du schreibst für den ‹Schweizer Monat›…»

Der US-Präsident Harry Truman wünschte sich einst einen einarmigen Ökonomen, der nicht immer «On the other hand…» sagen kann. «Börsenstrasse Fünfzehn» zeigt, dass das glücklicherweise nicht nötig ist. Janssen und Canetg fehlt es an nichts, am wenigsten an ökonomischer Expertise, und ihr Armdrücken ist beste Unterhaltung. (lz)

«Facettenreiche Perspektiven
statt monotoner Haltungsjournalismus.»
Peter Hettich, Professor für öffentliches Wirtschaftsrecht,
über den «Schweizer Monat»