Schweizer Monat
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Von Florian Rittmeyer
Während eines klugen Vortrags begann der CEO einer Schweizer Privatbank plötzlich von einer verschlafenen Fischerstadt namens Bagamoyo zu erzählen. Vor zehn Jahren, auf meiner Reise entlang der Küste Tansanias, deutete noch nichts darauf hin, dass Bagamoyo auf dem Radar von Schweizer Bankiers landen könnte. Seither hat sich vieles getan. Im Dezember 2015 begann Tansania, in Bagamoyo den grössten Tiefseehafen in Afrika zu bauen. Finanziert wird das 11 Milliarden... » Mehr
Von Redaktion

Alex Perry, Bild: Burlison Photography / www.burlisonphotography.co.uk.

Am Meer
 Der alte Hafen von London, nah an den Weltmeeren und nah an den Börsen, ist ein grossartiger Ort für ein Gespräch über Afrika. «Wenn wir an Afrika denken, sehen wir noch immer arme Kinderlein oder böse Mächte», sagt der langjährige «Time»-Reporter Alex Perry, während draussen der Wind pfeift. In der Schweiz lässt es sich leicht vergessen, wie nah der riesige Kontinent eigentlich liegt – niemals aber in...
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Von Florian Rittmeyer
Ich liege öfter falsch, als mir lieb ist. Ein Beispiel: Nie hätte ich gedacht, dass Donald Trump sich so lange im amerikanischen Präsidentschaftsrennen halten würde. Kognitive Niederlagen bergen indes auch grosse Chancen. Sie helfen, eigene Überzeugungen als Hypothesen zu erkennen, die ständig überprüft werden wollen.
Machen wir den Test im Labor der Zeitgeschichte: Hätten Sie vor zehn Jahren geglaubt, dass der Bund und die Schweizer Nationalbank die... » Mehr
Von Andrea Franc
Die Schweiz sei eine «Ausnahme wie alles in der Geschichte einigermassen Gelungene», zitierte 2006 der damalige Bundesrat Christoph Blocher den deutschen Ökonomen Wilhelm Röpke (1899 – 1966). Blocher gedachte Röpkes anlässlich dessen 40. Todestages. Seit dem Erscheinen seines Buches «Gesellschaftskrisis der Gegenwart» im Jahr 1942 ist Röpke Teil der nationalen Identitätsbildung: Bis heute gehören seine Zitate zum... » Mehr
Von Christian P. Hoffmann
Europa ringt mit der Migration – nach den hässlichen Silvesterereignissen von Köln inbrünstiger denn je. Eine bürokratische Herausforderung versteigt sich zur Glaubensfrage. Schuld daran ist «die Kultur». Links wie rechts scheint ausgemacht: Wir stehen mitten in einem Kulturkampf. Mit – je nach Perspektive – unterschiedlichem Frontverlauf.
Von Pegida über Front National bis weit ins bürgerliche Lager hinein scheint klar: Das... » Mehr

XI. und letzter Teil: Die Poesie
Von Andreas Thiel
Gottes Humor spiegelt sich in der Schönheit der Natur. Das Lachen prustet zwar nicht aus uns heraus, wenn wir einen Regenbogen betrachten oder nachts Glühwürmchen oder Nordlichter verfolgen oder unter blühenden Kirschbäumen aus dem Mittagsschlaf erwachen. Aber das Lächeln, das uns die Schönheit der Natur auf die Lippen zaubert, macht glücklich. Das Bestaunen von Schönheit schafft emotionale Distanz zu allem, was nicht schön ist.
 
Die... » Mehr
Die Titelgeschichte unserer Märzausgabe, nun online lesbar: Der Kontinent wird täglich reicher und selbstbewusster. Höchste Zeit, dass wir ihn besser verstehen lernen.
Von Olivia Kühni, Alex Perry, Dominic Nahr

Südsudan 2015: Ein Helikopter der Uno mit Essenslieferungen an Bord. Der ölreiche Südsudan erklärte sich 2011 mit internationaler Unterstützung für unabhängig von Sudan. Seit 2013 herrscht Bürgerkrieg, insbesondere zwischen Angehörigen der Ethnien der Nuer und der Dinka. Photographiert von Dominic Nahr.

Zwischen Oktober 2010 und April 2012 starben in Somalia mehr als eine Viertelmillion Menschen an Hunger. Auf dem Tiefpunkt der Katastrophe durchquerten hunderttausende Menschen zu Fuss die Wüste, um sich vom Süden des Landes nach Mogadischu zu retten. Sie gingen in einem kilometerlangen Menschentross und begruben am Wegrand ihre Toten.
Zwischen den Ruinen der Hauptstadt errichteten sie Lager aus Zweigen und Plastiktüten. Jeden Tag starben ein paar hundert Menschen mehr. Cholera...
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Der Westen spielt sich gegenüber Afrika noch immer als wohlwollender grosser Bruder auf. Für eine Geschäftsbeziehung taugt das nicht.
Von Olivia Kühni, Alex Perry
Alex, in Ihrem Buch schreiben Sie immer und immer wieder, dass Europa Afrika fundamental missverstehe. Wie kommen Sie darauf?
Weil wir anmassend sind. Die Einstellung des sogenannten Westens zum afrikanischen Kontinent hat sich seit der Kolonialzeit kaum verändert: Wir sehen die Armen der Welt immer noch als minderbemittelte Leute, als unfähig, ihre eigenen Probleme zu lösen. Es braucht uns, den nachsichtigen, grossherzigen, engagierten Westen, der ihnen hilft. Wobei helfen das... » Mehr
Wer die Berge des Virunga-Nationalparks erklimmt, begegnet wundersamen Riesenpflanzen – und den eigenen Instinkten. Ein Reisebericht.
Von Florian Rittmeyer

Blick vom Wasuwamesu. Photographiert von Florian Rittmeyer.

Eine Pforte ohne Wärter? Das ist in der Demokratischen Republik Kongo die Ausnahme. An jeder Tür, an jeder Schranke, an jeder Ecke steht ein Aufpasser, meist bewaffnet. Hier, auf 3700 Metern über Meer, steht keiner. Und diese Pforte besteht auch bloss aus dem bogenartig geformten Ast eines Heidebaums. Wer unter ihm hindurchgeht, betritt eine Lichtung, von der aus sich ein bizarres Panorama auftut: aus dem Nebel tauchen moosbehangene Riesenbäume auf, ringsum erheben sich...
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Die Geheimdienste sammeln Bürgerdaten heute per Schleppnetz. Das kümmert keinen – bis es zu spät ist. Eine Anleitung zum Schutz gegen digitale Übergriffe.
Von Ronnie Grob
1. Jede Person hat Anspruch auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung sowie ihres Brief-, Post- und Fernmeldeverkehrs 2. Jede Person hat Anspruch auf Schutz vor Missbrauch ihrer persönlichen Daten.

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Art. 13 Schutz der Privatsphäre
2013 entwendete NSA-Mitarbeiter Edward Snowden eine ganze Reihe hochgeheimer Geheimdienstdokumente und machte sie nach und nach Journalisten zugänglich, die darüber... » Mehr
Gedanken zum zerrütteten Verhältnis zwischen Massen und Medien.
Von Christian P. Hoffmann
Montagabend in Leipzig. Einmal mehr versammeln sich einige hundert Anhänger der Pegida-Bewegung in der Innenstadt, um gegen Angela Merkels Flüchtlingspolitik zu protestieren, gegen die «Islamisierung des Abendlandes». Doch es ist nicht irgendein Montag, geprägt von den üblichen, lästigen Verkehrsbeeinträchtigungen. An diesem Montag treibt es auch zahlreiche Pegida-Gegner auf die Strasse, denn es wird der erste Geburtstag der einwanderungs- und... » Mehr
Es gibt gute Gründe, gegen die heutige Finanzwirtschaft und ihr Bankenwesen zu protestieren. Mit Kapitalismus haben sie allerdings wenig zu tun.
Von Stefan Kooths
Ein Vierteljahrhundert nach dem Untergang der sozialistischen Grossexperimente ist Kapitalismuskritik wieder en vogue. Antikapitalistische Aktivisten suchen sich als Kulissen vorzugsweise die Bankpaläste in den Finanzzentren aus, um ihren Protest auf die Strasse zu tragen. Hierbei bündeln sich zwei Missverständnisse: Zum Unverständnis über Wesen und Wirkung des Kapitalismus gesellt sich das Trugbild, im heutigen Finanzsystem ginge es primär kapitalistisch... » Mehr
Warum Lachen, Lächeln und Weinen sich so ähnlich sehen.
Von Michael Graziano, Rafael Koller

Illustration von Rafael Koller

Vor etwa 4000 Jahren irgendwo im Nahen Osten – wo und wann genau, wissen wir nicht – zeichnete ein Schreiber den Kopf eines Ochsen. Das Bild war recht einfach: ein Gesicht mit zwei Hörnern darüber. Es diente als Teil eines «Abschads» – eines Zeichensatzes, der die Konsonanten einer Sprache darstellte. Über Tausende von Jahren änderte der Ochsenkopf allmählich seine Gestalt und fand Eingang in viele verschiedene Abschads und Alphabete. Er...
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Vom Wert der freien Rede
Von Redaktion, Hans-Dieter Vontobel
«Es wird viel, über vieles und oft laut geredet. Wir kämpfen uns – je nach Situation und Temperament bemüht oder aufgeregt – durch das Dickicht der informativen Belanglosigkeiten und des medialen Massenkonsums.
Dabei sind wir neuen Gefahren ausgesetzt. Gefahren, welche unsere freie Rede und damit unsere innere Freiheit zur Bildung einer eigenen Meinung beeinträchtigen oder gar lähmen; wir begegnen heute Themen, die wie Minenfelder auf unserem Weg... » Mehr
Das Recht zur freien Meinungsäusserung erscheint uns heute so selbstverständlich, dass es keiner Verteidigung bedarf. Das ist ein Irrtum.
Von Steven Pinker

Steven Pinker, photographiert von Rose Lincoln /Harvard University.

Mehr als zwei Jahrhunderte, nachdem die Redefreiheit («First Amendment») in der amerikanischen Verfassung verankert worden ist, dominiert das Thema auf einmal wieder die Schlagzeilen – nicht nur in den USA. «Campus Speech Codes», von Uni-Abschlussfeiern ausgeladene Redner, inhaftierte Performancekünstlerinnen, vertriebene Whistleblower, ein Blogger, der von einem der engsten Verbündeten des Westens zu 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde, und nicht...
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Die französischen Aufklärer gelten als unerschrockene Helden der freien Rede. Ihren Kampf gegen kirchliche und königliche Satzungen fochten die Publizisten mit subversiven Mitteln – und freundlicher Unterstützung der Zensurbehörde.
Von Claudia Mäder
A wie Arche. Während der Vorarbeiten zu diesem Text ging der Regen in Strömen nieder, und in solchen Momenten tut man gut daran, mögliche Rettungsszenarien nachzuschlagen. Behaglich wären die nicht. Gewährte uns der nunmehr 4766jährige Noah Einlass in seine 450 Fuss lange Arche, fänden wir uns, eingequetscht zwischen 66 751 Kubikmeter Heu, in Gesellschaft von 340 Tierpaaren und 3650 Futterschafen. Wir müssten zusammen mit dem altersschwachen Kapitän... » Mehr
Die von den europäischen Aufklärern hart erkämpften Freiheiten enden im Hörsaal oft schon vor Ablauf des akademischen Viertels. Das stört nicht nur die Professoren, sondern den gesamten Universitätsbetrieb.
Von Herfried Münkler, Michael Wiederstein
Herr Münkler, Wilhelm von Humboldt liess sich 1792 wie folgt vernehmen: «Der wahre Zweck des Menschen […] ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste und unerlässliche Bedingung.» Welche Freiheit ist hier gemeint?
Es handelt sich hier um die aufklärerische Vorstellung, dass die Freiheit des vernünftigen Argumentierens ein Element des Fortschritts bei der... » Mehr
Das Problem wurde früh erkannt, ist aber noch immer ungelöst: In der Anonymität des Webs grassiert eine Unkultur aus Tipp-Tourette, Cholerik und Diffamierung. Was tun?
Von Sarah Pines
Ein Ort, an dem Menschen aus aller Welt miteinander und voneinander lernen können, eine mobile, bunte Welt mit Sinn für das Besondere, in der neue Freundschaften entstehen und alle gleichberechtigt sind. Ungefähr so lautete Mitte der 1990er Jahre die Vorstellung von dem, was aus dem Internet werden würde. Das war eine Fehleinschätzung.
Mit der Vernetzung entstand auch eine neue anonyme Streitkultur, es entstanden «Shitstorms», «Net-Mobs»,... » Mehr
Russische Schriftsteller wissen, was politische Zensur bedeutet. Das gilt nicht nur für die Klassiker, sondern auch für ihre Nachkommen. Eine neue Generation sagt nun offen: die Erinnerung an die totalitäre Vergangenheit hilft, eine totalitäre Zukunft zu verhindern. Das allein reicht aber nicht.
Von Sergej Lebedew

Sergej Lebedew, photographiert von James Hill.

Als jemand, der zehn Jahre vor dem Zerfall der UdSSR geboren wurde, erinnere ich mich gut an diese letzte sowjetische Dekade. Freilich sind es Erinnerungen eines Kindes, es ist der «Blick unter der Tischkante hervor», aber das macht sie interessant. Ohne das Verständnis der Mechanismen und vor allem der Stimmungen und Gefühle, die hinter der Perestroika standen, sind die Ereignisse im heutigen Russland nur schwer zu begreifen.
Meine Grossmutter, die als Redakteurin im...
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Menschen haben das Recht, Dummheiten zu verbreiten. Damit hat Political Correctness ein Problem. Doch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verhindert, dass die Schweiz Exzentriker in die Mitte zwingen kann. Das ist wichtig und richtig.
Von Andreas Kley
Der schottische Philosoph David Hume fragte 1757 nach der Ursache dafür, dass in allen Regierungssystemen die vielen von den wenigen so leicht regiert werden können. Seine Antwort war ebenso einfach wie überzeugend: Die Regierten haben auf ihrer Seite die Stärke, wogegen jede Regierung allein auf Meinung gründet. Öffentliche Meinung ist Macht. Auch in der Demokratie wissen die Inhaber der Staatsgewalt die Meinung mehr oder weniger subtil zu beeinflussen.
Der Staat... » Mehr
Von Gregor Szyndler

Andreas Steiners’ Work-Life-Balance: das Sudhaus, photographiert von Gregor Brändli.

Bier ist was fürs Leben. Nachsichtig. Nicht ganz so nachtragend wie die un(v)erträglichen Diven Amaretto, Wodka, Lambrusco und Whiskey Cola. Bier ist das zweitälteste Kulturgut. Bereits die erste Bäckerin liess halbfertiges Brot im Wasser vergären und freute sich über die doppelte Wirkung. Was gegen Hunger, was gegen Durst. Ach, Bier! Bestimmt musstest du auch früher schon als Ausrede herhalten. «Nein, ich kann euch heute nicht beim Zügeln...
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