Schweizer Monat
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Von Redaktion
Der Kartograph
Für alle, die sich noch immer fragen, wozu Twitter gut ist: die Begegnung mit dem Ökonomen Max Roser in dieser Ausgabe ist ein gutes Beispiel. Unsere Redaktorin Olivia Kühni kennt Roser und sein Label «Our World in Data» seit Jahren von dieser Online-Plattform. Unermüdlich teilt der Forscher aus Oxford dort seine aufbereiteten Charts und Weltkarten, die oft ein neues Licht auf laufende öffentliche Debatten werfen. Kurz vor dem Jahreswechsel... » Mehr
«Wenn etwas nicht funktioniert oder nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, dann, so glauben wir, hat jemand – die Eltern, die Gesellschaft, die Politik, der Staat – seine Aufgabe nicht richtig erledigt, weshalb er, bitte schön, für Ersatz sorgen müsse. Der Gedanke, dass wir die Gesellschaft sind, dass die Demokratie nicht nur eine Angelegenheit der Politiker, sondern auch der Bürger ist, scheint immer mehr auf dem Rückzug zu sein.»
Von Michael Wiederstein
Der Schweizer Psychoanalytiker und Philosoph Carlo Strenger hat zum Jahresbeginn ein sehr erhellendes Büchlein – «Abenteuer Freiheit. Ein Wegweiser für unsichere Zeiten» (Suhrkamp); daraus das Zitat – vorgelegt, das auf wenigen Seiten viel Essenzielles zum Umgang des westlichen Individuums mit seiner Freiheit versammelt. Letztere, so Strenger, sei kein Naturgesetz, und einzig mit möglichst viel staatlich garantierter negativer Freiheit (Freiheit von) sei es... » Mehr
RES PUBLICA
Von Nadine Jürgensen
Seit dem neuen Jahr ist die Swissness-Gesetzgebung in Kraft. Ihre Entstehung könnte problemlos als Vorlage für eine Komödie dienen – wenn sie nicht gleichzeitig ein solches Trauerspiel wäre. Ich erinnere mich bestens an die Debatten, die ich von der Journalistentribüne aus verfolgte und bei denen mir eines klar wurde: Der Schutzversuch des Schweizer Kreuzes vor Trittbrettfahrern aus dem Ausland – wir erinnern uns an die Coop-Super-Trophy-Aktion mit... » Mehr
FREIE SICHT
Von Christian P. Hoffmann
51 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass es ein Bundeswahrheitsministerium geben sollte – so das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage unter 2038 Bürgern. Ausgerechnet eine Mehrheit der Deutschen, die in ihrer Geschichte jede erdenkliche Form des Totalitarismus ausprobiert haben, wünschen sich also im Jahr 2017, dass der Staat für sie «wahre» und «unwahre» Nachrichten sortiere.
Nun gut, könnte man sagen, das sind halt die Deutschen. Und... » Mehr

Niko Stoifberg ist Autor und Journalist in Luzern. Christina Baeriswyl arbeitet als Artdirectrice und Illustratorin in Zürich. Ihre Cartoons erscheinen erstmals und exklusiv im Schweizer Monat.


Die EZB kauft mindestens bis Dezember 2017 Wertpapiere im grossen Stil. Diese ultralockere Geldpolitik setzt nicht nur falsche Anreize, sondern erhöht die Gefahr grosser politischer Krisen. Eine Analyse – und die Skizze eines möglichen Auswegs.
Von Gunther Schnabl, Andreas Hoffmann
Der jüngste geldpolitische Schachzug von Mario Draghi ist nur einer von vielen, in deren Verlauf seit Mitte der 1980er Jahre das Zinsniveau in den Industrieländern gegen null gedrückt und die Bilanzen der grossen Zentralbanken dramatisch aufgebläht wurden (s. Grafik I). Seit Mitte der 1980er Jahre haben die Zentralbanken in Krisenphasen die Zinsen entschlossen gesenkt und aggressiv Anleihen gekauft, um Pleiten von Finanzinstituten und Staaten vorzubeugen. Im Aufschwung nach...
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Was kann gegen die Entwertung der Zukunft getan werden? Vorschlag zuhanden der Schweizerischen Nationalbank.
Von Hans Geiger
Nominale Negativzinsen, das mag viele überraschen, sind eine Schweizer Erfindung der Neuzeit, erstmals eingesetzt 19721, allerdings nur für kurze Zeit. Bis vor gut zwei Jahren handelte es sich bei nominalen Negativzinsen also um ein einmaliges Kuriosum aus der Wirtschaftsgeschichte, dann gab die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekannt, dass sie ab dem 22. Januar 2015 – und «bis auf Weiteres» – auf den Guthaben der Banken bei der SNB ab einer gewissen...
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Nullzins + Gebühren = Negativzins. Das Bankguthaben des Normalanlegers verringert sich, wenn es liegenbleibt. Also muss investiert werden! Nur wie? Ein Selbstversuch.
Von Ronnie Grob
Mein (sehr bescheidenes) Vermögen habe ich auf dem Privatkonto bei einer Schweizer Bank deponiert. Noch zahle ich keinen Negativzins darauf. Aber der Positivzins, den die Bank dafür bezahlt, dass sie mit meinem Guthaben hantieren kann, beträgt aktuell lediglich 0,01 Prozent. Das bedeutet: allfällige Zinsgewinne werden längst von immer neuen Gebühren aufgefressen. Mein der Bank anvertrautes Geld verringert sich – und es wird sich weiter verringern: Wenn die...
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Der Ökonom Max Roser sammelt alle Daten zur Entwicklung der Welt und baut daraus Grafiken, die jeder versteht. Nur auf lange Frist werde sichtbar, wie sehr das Leben der Menschen sich verändere, sagt er.
Von Olivia Kühni, Max Roser

Max Roser, photographiert von Moses Fuad.

Es ist, als würde er täglich ein Licht anzünden. Die Kurvendiagramme und Tabellen, mit denen Max Roser seit zwei Jahren die Netzwelt versorgt, sind so klar und schön, dass sie auch Laien begeistern. Das sollen sie auch. «Wir brauchen Statistik», schreibt Roser auf seiner Webseite, «um wirklich zu verstehen, wo wir herkommen.»
Roser gehört zu einer neuen Generation von Ökonomen. Er stellt die Empirie über die Lehrbücher, er vernetzt...
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Die Selbstbestimmungsinitiative will Konflikte zwischen internationalem Recht und der Bundesverfassung ein für alle Mal lösen. Das klingt attraktiv. Aber so einfach funktioniert ein liberaler Rechtsstaat nicht.
Von Urs Saxer

Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative glich einem Eiertanz. Dies vor allem, weil der Wortlaut der Verfassungsbestimmung nicht mit dem Personenfreizügigkeitsabkommen in Übereinstimmung gebracht werden kann. Politisch führte dies zur Quadratur des Kreises; widersprechende Anliegen mussten zur Erhaltung des bilateralen Wegs unter einen Hut gebracht werden. Die Umsetzung reflektiert zwar vielleicht die Kunst des Möglichen, sie widerspricht aber den... » Mehr
Susi Köpfli, Papeteristin in Olten
Von Ronnie Grob

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup.


Susi Köpfli begann ihre Lehre als Papeteristin 1965, und nun, 52 Jahre später, ist sie noch immer da – zusammen mit einer Mitarbeiterin und ihrem heutigen Geschäfts- und Lebenspartner führt sie «die traditionsreichste Papeterie in Olten», wie es auf der Webseite heisst. Zurück ins Jahr 1968: mit der schriftlichen Einwilligung ihrer Eltern heiratet die ausgelernte Lehrtochter Roman Köpfli junior. Als die beiden gemeinsam das Geschäft vom...
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Von Karen Horn
«Postfaktisches Zeitalter im #Nationalrat. Entgegen Wissenschaften & Innovation wieder ein #GentechMoratorium.» FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen am 6. Dezember 2016 auf Twitter
Manche Modewörter sind wie Sternschnuppen. In dem Moment, in dem sie aufkommen, sind sie blitzartig erhellend, weil sie einen Aspekt der Wirklichkeit auf den Punkt bringen. Doch im Nu ist es mit dieser Wirkung wieder vorbei. Das Licht verglüht in dem Masse, wie das Wort... » Mehr
Kurzgeschichte von Jonathan Tel.
Übersetzt aus dem Englischen von Christa Schuenke.
Mit Illustrationen von Tyrone Richards.
Von Jonathan Tel
Und als eine Gestalt in einer Art Taucheranzug und mit verspiegeltem Helm halb schreitend, halb schwebend über die unwirkliche Oberfläche kommt, redet sie sich ein, es sei ihr Mann, und der Mond, da kannst du sagen, was du willst, könnte ohne Weiteres die Provinz Qinghai sein, und einer der anderen Dolmetscher, einer für Englisch, sagt, Mr. Armstrong sage gerade: Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein grosser Sprung für die Menschheit, und da hält sie...
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Wie innovativ sind die Schweizer Fachhochschulen?
Von Redaktion
«Es waren insbesondere die Fachhochschulen in der Verbindung mit der generellen Durchlässigkeit und Flexibilität unserer Bildungswege, die es der Schweiz ermöglichten, eine eigene Art der Bildungsexpansion voranzutreiben, die nicht auf Kosten der praxisnahen Berufsausbildung ging.»
Bernhard Pulverist Berner Regierungsrat und Vorsteher der Erziehungsdirektion (ERZ). Er ist für die Umsetzung und Gestaltung der kantonalen Politik in Bildung und Kultur... » Mehr
Die Schweizer Fachhochschulen: eine (noch nicht fertig erzählte) Erfolgsgeschichte
Von Mauro Dell'Ambrogio
Unter dem Banner «gleichwertig, aber andersartig» kennt die Schweizer Bildungslandschaft nun seit fast 20 Jahren die Fachhochschulen (FH). Die Schaffung dieses zweiten Hochschultypus – neben jenem der universitären Hochschulen – steht exemplarisch für eine der Stärken unseres Bildungssystems: Sein Veränderungstempo ist zwar nicht das schnellste, aber es ist zur richtigen Zeit offen für neue gesellschaftliche und wirtschaftliche... » Mehr
Von Redaktion

 

 
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Von Redaktion

Work in progress an der International Design Summer School 2016 der ZHdK, organisiert von Michael Krohn und Hansuli Matter. Studierende aus Indien, China und der Schweiz erarbeiteten zusammen neue Projekte zum Thema Frugal Design. Hier: Eine Gruppe gestaltet aus PET-Flaschen einen Prototypen. Bild: ZHdK.


An den Fachhochschulen arbeiten Forscher, Unternehmer und Bürger zusammen an den Verfahren und Geräten, die unser Leben – oft auf einen Schlag – erleichtern. Die Pflege optimiert ihre Leistungen durch Technik, Schmerzen werden durch grafische Darstellungen kommunizierbar und Quartiere nicht mehr architektonisch geplant, sondern von ihrer räumlichen Bedeutung her gedacht. Kurz: hier entsteht Innovation.
Ihre gängige Definition lautet: Wissenschaftliche...
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Was haben Mikrokredite, die SBB-App und Carsharing gemeinsam? Es sind soziale Innovationen. Welches Potenzial steckt in ihnen? Und was haben die Hochschulen damit zu tun?
Von Jürgen Howaldt

Bild: G. M. B. Akash / Panos Pictures / Visum.

Innovation ist in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu einem Leitbegriff moderner Gesellschaften geworden. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen dabei häufig die Potenziale technologischer Innovationen. Allerdings wird zunehmend deutlich, dass wir mit technologischen Innovationen allein den weltweit gewaltigen Herausforderungen (demographischer Wandel, soziale Ungleichheit, Digitalisierung, Klimawandel) nicht gerecht werden können. Zudem bringen sie eine Reihe von...
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Die untaugliche Antwort auf den Profilierungszwang der Schweizer Fachhochschulen.
Von Urs Kiener
Wer sich zur zukünftigen Profilierung der Fachhochschule (FH) äussert, macht sich mit Bestimmtheit nicht nur Freunde. Denn umstritten ist bereits, was die FH aktuell ist. Das ist nicht verwunderlich, denn die Schweizer FH war von Beginn an mit doppelten Kennzeichnungen versehen: Sie soll auf wissenschaftlicher Grundlage anwendungsorientiert sein – also wissenschaftliche Erkenntnisse zuhanden von Berufswelt bzw. Praxis zur Anwendung bringen, was voraussetzt, dass sie... » Mehr
Der Staat tut gut daran, in die Bildung seiner Bürgerinnen und Bürger zu investieren. Allerdings: wo der Wettbewerb nicht spielt, hapert es an Effizienz und Exzellenz. Die Entpolitisierung der Schweizer Bildungspolitik wäre ein gutes Mittel dagegen.
Von Patrik Schellenbauer

Die Einführung der Berufsmaturität und daran anschliessend der Fachhochschulen war bildungsstrategisch von eminenter Bedeutung für die Schweiz. Ein hochentwickeltes und global aus-gerichtetes Land, dessen Bildungssystem derart prominent auf die duale Berufsbildung setzt – und dies dazu noch äusserst erfolgreich –, musste den vielen Lehrabsolventen konsequenterweise Perspektiven bieten. Hier zeigt sich der Staat grosszügig: Bund und Kantone wenden pro Jahr... » Mehr
Ein Ausblick
Von Bernhard Pulver

Bernhard Pulver, zvg.

In der jüngeren Geschichte hat weltweit, aber ganz besonders in den Industrienationen Europas und Nordamerikas sowie weiten Teilen Asiens eine enorme Bildungsexpansion stattgefunden. Der Anteil der Kinder, die einen höheren Bildungsabschluss erwerben als ihre Eltern, hat sich über die letzten Jahrzehnte in den meisten Staaten signifikant erhöht. Der Satz, dass Bildung der wichtigste «Rohstoff» und unerlässlicher Erfolgsfaktor für jede Volkswirtschaft...
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Ronnie Grob trifft Claude Longchamp
Von Ronnie Grob

Claude Longchamp, photographiert von Ronnie Grob.

Nachdem Claude Longchamp an der Uni Zürich Geschichte, Philosophie und Soziologie studiert hatte, versuchte er, aus seiner Diplomarbeit, die das Leben von Schweizer Ärzten in der Ukraine und in Weissrussland während des 2. Weltkriegs erforschte, ein Buch zu machen und bei einem renommierten Verlag herauszugeben. «Als ich endlich handelseinig war und in die Ukraine reisen wollte, explodierte der Reaktor des Kernkraftwerks in Tschernobyl. Also entschied ich mich auf der...
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