Schweizer Monat
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Von Michael Wiederstein
«Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, dass selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiss seyn darf.» Arthur Schopenhauer
Unser Erscheinungsrhythmus erlaubt uns, Themenkomplexe und Schwerpunkte über viele Monate hinweg zu konzipieren, zu recherchieren und umzusetzen. Unsere Autorinnen und Autoren schätzen die langen Vorlaufzeiten, und wir auch: denn... » Mehr
Das Mining von Bitcoin verbraucht viel Strom. Die Kryptowährung könnte aber genauso gut mit einem Zehntel des aktuellen Verbrauchs funktionieren.
Von Benjamin Walter

Symbol-Bild.

Das Mining der Kryptowährung Bitcoin verbraucht derzeit eine riesige Menge Strom. Schätzungen gemäss sollen es pro Jahr rund 50 000 GWh sein, also fast so viel wie der Stromverbrauch in der Schweiz[1]. Darauf angesprochen, antworten einige der Bitcoin-Enthusiasten, dass das gesamte Bankensystem noch viel mehr konsumiere. Tatsächlich aber ist der grösste Teil des vom Bitcoin-Netzwerk verbrauchten Stroms unnötig und kann um etwa Faktor 10 reduziert werden, und...
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Von Redaktion
Wahrheit
 Die Konstruktivisten des 20. Jahrhunderts versuchten uns weiszumachen, dass Wahrheit nicht existiere, weil Wirklichkeit erst im Kopf des Betrachters entstehe.Dieses Narrativ durchwebt die Diskussionskultur in sozialen Netzwerken, wo alles bloss noch eine Meinung ist, und das Muster trumpesker Politik, wo unwahre Fakten nicht mehr falsch, sondern «alternativ» sind. Markus Gabriel, der schon vor bald zehn Jahren mit Slavoj Žižek publizierte und den John Searle als... » Mehr
Sie liegt nicht im Auge des Betrachters, ist aber auch nicht universell. Was ist sie dann?
Von Markus Gabriel

Markus Gabriel, photographiert von Gerald von Foris / Ullstein Verlag.

Es ist wahr, dass ich, Markus Gabriel, Autor dieses Satzes bin; es ist wahr, dass 7+5 gleich 12 ist; es ist wahr, dass Markus Söder falsche Meinungen über das Verhältnis von Staat und Kirche hat; es ist wahr, dass Picasso ein erfolgreicherer Künstler als George Braque ist; und es ist wahr, dass man Kinder nicht foltern soll. Ausserdem war vieles schon wahr, ehe es Menschen gab, die sich überhaupt die Frage stellen konnten, was alles wahr ist. Es wird vieles wahr sein,...
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Wie verbreiten sich Fake News? Und wie werden sie wahrgenommen? Zwei neue amerikanische Studien geben Antworten. Fazit: gezielte Falschmeldungen sind ein Problem, aber kein allzu grosses.
Von Lukas Rühli
Soroush Vosoughi, Deb Roy und Sinan Aral vom MIT sind ganz offensichtlich Meister im Umgang mit grossen Datenmengen. Sie untersuchten1, welche Unterschiede es zwischen der Verbreitung von wahren und falschen Nachrichten auf Twitter gibt2. Dazu untersuchten sie nicht einige Dutzend oder einige hundert Tweets, sondern 4,5 Millionen, verbreitet durch 3 Millionen Personen, in 126 000 Kaskaden3, im Zeitraum von 2006 bis 2017. Der Wahrheitsgehalt einer Nachricht (wahr, falsch, gemischt) wurde auf... » Mehr
Ja, wir sind anfällig für Unwahrheiten – aber wir sind nicht faktenresistent. Untersuchungen zeigen: beim Kontakt mit fundiertem Widerspruch korrigieren wir falsche Vorstellungen.
Von Ethan Porter, Thomas Wood
Akzeptieren Menschen Fakten, auch wenn diese ihren politischen Ansichten widersprechen? Diese Frage konnte bisher von der Forschungsgemeinschaft nicht eindeutig beantwortet werden. Die eine Denkschule beantwortet sie mit einem klaren «Nein»: Wenn Menschen mit Fakten konfrontiert sind, die ihr politisches Engagement oder ihre Loyalität in irgendeiner Weise in Frage stellen, so lehnen sie diese Fakten nicht nur ab, sondern sie glauben sogar noch stärker an das Gegenteil, sie... » Mehr
Über vermeintliche Verschwörungen, ihre Theoretiker und deren Zielgruppen.
Von Sarah Pines
Es ist Frühling und riecht nach Sauerampfer und Kastanienbaumpollen. Das Lichtzentrum «Earth-Fire» in Luzern leiten Trir und Larissa, die ihren Patienten, so erklärt es die Website, mittels neuer medizinischer Ansätze eine Art positive universelle Lebensenergie zurückgeben. Über Aktivitäten wie Trommeln in der Natur, schamanische Feuerzeremonien und Bhajan-Gesang können Interessierte zu einem neuen, inneren Sein im Licht eines «goldenen... » Mehr
Er war der erfolgreichste Kunstfälscher der Welt. Dann flog er auf, landete im Gefängnis und musste zig Millionen zurückzahlen. Obwohl in der Kunstwelt Persona non grata, verdient Wolfgang Beltracchi mit seinen Bildern wieder gutes Geld – ganz legal. Wie hält er’s heute mit der Wahrheit?
Von Johannes M. Hedinger, Helene und Wolfgang Beltracchi

Auf dem Photo ist das Gemälde «Der Philosoph» noch im unfertigen Zustand. Das Bild ist Teil der 23 Kairoi aus dem Ausstellungsprojekt «Kairos, Der richtige Moment». Das Gemälde hätte zu den Werken «Der Geograph» und «Der Astronom» von Johannes Vermeer gehören können. Es zeigt Baruch de Spinoza in Vermeers Handschrift. Einige Wissenschafter gehen davon aus, dass es eine Verbindung von Vermeer zu Spinoza durch Antoni van Leeuvenhoek gab. Photographiert von Lukas Rühli.

Der Name Beltracchi steht für einen der weltweit grössten ­Kunstfälscherskandale der Geschichte. Bis 2010 malte Wolfgang Beltracchi rund 300 Gemälde unter dem Namen berühmter Künstler. Er übernahm deren künstlerische Handschrift und täuschte damit zig anerkannte Experten, die die Fälschungen als authentische, bisher unbekannte Werke verifizierten. In knapp 40 Jahren ahmte Beltracchi so rund 100 Maler nach: Expressionisten, Impressionisten,...
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186

Zahl des Monats
Von Alexander Fink
186 «Cognitive Biases» verzeichnet die englischsprachige Wikipediaseite. Unter kognitiven Verzerrungen werden sowohl systematische Abweichungen menschlicher Wahrnehmung von der objektiven Realität als auch systematische Abweichungen menschlichen Verhaltens von theoretisch modelliertem Verhalten verstanden.
So gehört zu den angeführten Verzerrungen der «Bestätigungsfehler». Damit wird unsere Tendenz beschrieben, Information genau so zu suchen und zu... » Mehr
Res Publica
Von Nadine Jürgensen
Vor fünf Jahren wurden die Laiengremien des alten Vormundschaftsrechts ­professionalisiert, die Kantone schufen die Kesb und adaptierten das neue ­Kindes- und Erwachsenenschutzrecht. Warum die Kesb innert Kürze zur ­unbeliebtesten Behörde des Landes avancierte, hat viele Gründe: neue Teams, komplizierte Verfahren, schlechte Kommunikation. Aufsehenerregende Fälle wie jener von Flaach, bei dem eine Mutter ihre beiden Kinder erstickte, ­damit diese nicht... » Mehr
Freie Sicht
Von Christian P. Hoffmann
Keziah Daum ist 18 Jahre alt, Schülerin an einer amerikanischen Highschool im Bundesstaat Utah – und ungewollt Internet-Prominenz. Grund dafür ist ein Kleid. Und Twitter. Denn Keziah Daum wurde auf der Suche nach einem «Prom Dress», also einem Kleid für ihren Abschlussball, in einem Second-Hand-Geschäft fündig. Sie entschied sich für ein knallrotes «Qipao», ein traditionelles chinesisches Frauenkleid – und veröffentlichte... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Ich hoffe, ihr habt noch nicht zu denken begonnen!...
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Eine innovative Verwaltung ist kein Ding der Unmöglichkeit. Sofern man gewillt ist, sich von politischem Klischeedenken zu verabschieden. Erfahrungen aus Genf.
Von Anja Wyden Guelpa

Anja Wyden Guelpa, photographiert von Michael Wiederstein.

«Die Bürokratie ist das Wasser im Bad, in dem wir alle schwimmen», schrieb David Graeber in seinem Klassiker «Bürokratie: Die Utopie der Regeln1». Und auch wenn sie nicht im gleichen Wasser baden, so betrachteten Tim Guldimann und Tito Tettamanti in ihren Beiträgen2 zum Thema Effizienz in der Verwaltung in dieser Zeitschrift doch das gleiche Becken – allerdings von verschiedenen Seiten. Plädiert Guldimann vor allem für mehr Vertrauen...
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Martin Wartmann, Bierbrauer, Brauerei Kloster Fischingen AG
Von Stephan Bader

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup.

Die Busfahrt zur einzigen Klosterbrauerei der Schweiz führt durch eine Volg-, Raiffeisen- und Fonduestübli-Welt in den Hinterthurgau. Schon im Mittelalter pilgerten Menschen aus ganz Europa zum 1135 gegründeten Kloster Fischingen – und weiter: «2300 km nach Santiago de Compostela» steht am Wegweiser vor dem schmiedeeisernen Tor. Die Brauerei dagegen ist brandneu, gerade mal drei Jahre alt. Unter dem passenden Namen «Pilgrim» stellt sie derzeit...
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Wortwechsel
Von Karen Horn
«Wir brauchen einen neuen Aufbruch in Europa.» – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Karlspreis-Laudatio auf den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron am 10. Mai 2018
Wer eine Lesebrille braucht, dem verschwimmen ohne sie die ­Buchstaben zur homogenen Suppe. Es gibt auch Begriffe, die so ­verschwommen sind, dass alles eins erscheint – und dieser Effekt ist mitunter beabsichtigt. Im Begriff «Europa» zum Beispiel geht... » Mehr
Kurzgeschichte von Bret Anthony Johnston
Aus dem Englischen übersetzt von Christa Schuenke
Mit Illustrationen von Arianna Vairo
Von Bret Anthony Johnston
Das erste Pferd, das seine Tochter hatte, kam von einem Wanderrummel; da waren Kinder auf ihm geritten, schrecklich, immer im Kreis, im Uhrzeigersinn. Ein Schecke mit Senkrücken und Spalthufen, aber Tammy hatte sich auf der Stelle in ihn verliebt, und Atlee hatte dem Schausteller einen Schein in die Hand gedrückt. Das war eine halbe Ewigkeit her, damals, in der Nähe von Robstown, Texas. Atlee war Pferdewirt mit eigener Ranch im westlichen Umland; Laurel, seine Frau, gab bei ihm...
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Kryptowährungen fordern die Finanzwelt heraus.
Von Redaktion
Noch haben sich dezentral organisierte und in der Blockchain transparent nachvollziehbare ­Währungen erst unter einer überschaubaren Avantgarde verbreitet. Auch die Anwendungsmöglich­keiten der neuen Technik sind bisher beschränkt. Künftig jedoch könnten einige von ihnen in ­Konkurrenz zu den von Zentralbanken ausgegebenen Fiatwährungen treten. Wie zuvor das Internet werden Kryptowährungen und weitere Blockchain-Anwendungen bisherige... » Mehr
Kryptowährungen und Blockchain-Technologie sind gekommen, um zu bleiben. Für den Finanzplatz, aber auch für den Rest der Schweizer Wirtschaft ist es an der Zeit, sich neu zu erfinden.
Von Ronnie Grob

Die Sonne scheint über dem Crypto Valley in Zug. Bild: mauritius images / Erik Tham / Alamy.

«Google hat Angst vor uns», behauptete Hanspeter Lebrument, der Präsident der Schweizer Zeitungsverleger, 2007 an ihrem jährlichen Kongress. Gegenüber einem eingeladenen Vertreter der US-amerikanischen Firma verkündigte er, Google komme jetzt langsam auf die Welt und brauche noch ein wenig Nachhilfeunterricht1. 2010 dann erklärte er die Krise der Zeitungen kurzerhand für beendet. In der Realität jedoch haben sich die Nettowerbeumsätze der...
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Wer ist gefordert, damit eine Schweizer Kryptowirtschaft entsteht und überlebt?
Von Ronnie Grob
1. Die Banken
Dass sich viele Schweizer Banken schlicht weigern, Konten für Unternehmen im Kryptobereich zu eröffnen, ist arrogant und fahrlässig. Die entstehende Marktlücke besetzt dann etwa die Bank Frick, eine kleine aufstrebende Firma in Liechtenstein mit rund 90 Mitarbeitern, die sich geschickt positioniert. «Wie sich die etablierten Banken gegen diese neuen Entwicklungen stemmen, tut fast schon weh», sagt vision&-CEO Lidia Bolla. Wo sind die Schweizer... » Mehr
Die dezentral organisierte Urkryptowährung könnte unser bisheriges Finanzsystem auf den Kopf stellen. Was Bitcoin ist und noch werden kann.
Von Pascal Hügli

Pascal Hügli, zvg.

Der Ursprung von Bitcoin lässt sich auf den 15. September 2008 zurückführen. Es ist dies der Tag, an dem die Investmentbank Lehman Brothers ihren Konkurs bekanntgibt und die Finanzkrise ihren Höhepunkt erreicht. Mit dem Bankrott von Lehman Brothers setzt eine Kaskadenwirkung ein, denn etliche weitere Banken müssen durch ihre Schutzpatrone, die Staaten, gerettet werden. Diese Rettungsaktionen lassen die Verschuldung vieler Staaten vollends aus dem Ruder laufen,...
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Wie viel Anarchismus steckt im Bitcoin? Wer entlohnt die Programmierer? Was könnten Privatbanken mit Kryptowährungen anstellen? Und sollte man damit sein Bier bezahlen? Einer der vier Bitcoin-Maintainer weltweit gibt Antworten.
Von Ronnie Grob, Jonas Schnelli
Jonas, mit welchem Argument überzeugst du einen Laien, dass er Bitcoin nutzen sollte?Bitcoin ist eine Revolution des Informationsaustauschs, bei dem die Macht wieder zurück zum Einzelnen geht. Blickt man zurück, so sind die Finanzsysteme nur in den letzten paar hundert Jahren durch den Staat kontrolliert worden – vorher nicht. Lange pflegte man den Tauschhandel, handelte mit Muscheln. Irgendwann einigte man sich auf goldgebundene Tokens, auch der Schweizer Franken war ja... » Mehr
Nutzen und Gefahren von Kryptowährungen im Vergleich zu konventionellen Zahlungsmitteln. Eine Abwägung.
Von Thomas Hauser
Über Geld spricht man nicht, man hat es, besagt eine Redewendung. Nur: wer hat es am Ende – der Bürger oder der Staat? Venezuela enteignet seine Bürger derzeit durch geschätzte Inflationsraten von weit über 2000 Prozent. Ein Brot kostet folglich innerhalb Jahresfrist über 20mal mehr. Wer auf Zypern 2013 Erspartes von über 100 000 Euro als Bankguthaben besass, musste einen schmerzhaften Teil des Geldes für die Bankensanierung abgeben. Die... » Mehr
Besuch bei der Schweizerischen Nationalbank. Ökonom Thomas Moser kennt sich gut aus mit Kryptowährungen und sagt: Die meisten ihrer Vorteile gegenüber Fiatwährungen halten einer genaueren Überprüfung nicht stand. Einen 100jährigen Vertrauensvorsprung mache man nicht so leicht wett.
Von Lukas Rühli, Thomas Moser

Thomas Moser, zvg.

Herr Moser, was bedeutet Ihnen Geld?Geld gibt uns Wahlmöglichkeit, Unabhängigkeit und insofern Freiheit. Es ist ein Mittel, mit dem wir uns beschaffen können, was wir brauchen oder haben möchten.
Was ist Geld?Geld ist – genauso wie zum Beispiel Kunst – eine soziale Konvention: Geld ist, was allgemein als Geld akzeptiert wird. Heute sind das die Münzen und Banknoten in Ihrer Brieftasche und die Sichtguthaben auf Ihrem Bank- oder Postkonto. Mit diesen drei...
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…und arm werden? Wir haben zwei Monate lang versucht, 100 Franken möglichst gewinnbringend in Kryptowährungen zu investieren. Ein Experiment.
Von Lukas Rühli, Alicia Romero, Laura Clavadetscher
Das Experiment: Laura (Redaktionspraktikantin), Lukas (Redaktor), Alicia (Produzentin) und Jeanne (Leiterin Backoffice) erhalten je 100 Franken, um sie frei in Krypto-Assets zu investieren. Im Zeitraum vom 5. Februar bis zum 5. April 2018 führen sie Tagebuch im Wettbewerb um das erfolgreichste Krypto-­Asset-Portfolio.
5. Februar
Alicia: Ich melde mich bei Bitpanda.com an. Um Bitcoins kaufen zu können, muss ich mich auf Stufe «Gold» verifizieren lassen... » Mehr
Kryptoanlagen sind Assets ausserhalb der etablierten Anlageklassen. Die Finanzindustrie bietet aber bereits erste bankfähige Produkte an, die für eine breitere Anlegerschaft attraktiv sind. Was zeichnet sie aus?
Von Michael Wiederstein, Bernhard Schneider
Der diesem Text vorangehende Selbstversuch der «Monat»-Redaktion und die zunehmende Aktivität der Finanzindustrie bei Kryptoanlagen zeigen: Blockchain-basierte Technologien respektive die damit verbundene Ausgabe verschiedener, digitaler Rechtsansprüche haben ihr «freakig-nerdiges» Image längst abgelegt und ein breiteres Interesse geweckt. Diese Entwicklung, so heisst es, sei durch das Niedrigzinsumfeld begünstigt respektive durch den Anlagenotstand... » Mehr
Ein Token ist eine Art digitales Protokoll, ein intelligenter Vertrag, in dem Anteile geführt und Transaktionen ermöglicht werden. Trotz Kryptogeldboom ist das Wissen darüber bescheiden. Zeit, das zu ändern.
Von Sebastian Bürgel
Die Bitcoin-Community feiert jeweils am 22. Mai den Pizza Day, den Jahrestag der ersten dokumentierten Zahlung mit Bitcoin. Schon diese erste Transaktion zeigte eines der bis heute existierenden Probleme von Zahlungen mit Kryptowährungen auf: Die 10 000 Bitcoin, die der Softwareentwickler Laszlo Hanyecz im Mai 2010 für zwei Pizzen im Wert von etwa 40 US-Dollar zahlte, haben heute einen Marktwert von knapp 100 Millionen US-Dollar. Bitcoin und andere Kryptowährungen... » Mehr
Vom automatisierten, lückenlosen Steuereinzug bis zur Kontrolle von Sozialgeldern eröffnen sich Verwaltungen mit der Blockchain neue Möglichkeiten. Aber will das der Bürger?
Von Martin Würmli
Setzen sich Kryptowährungen allgemein durch, muss das Verhältnis zwischen Bürger und Staat neu diskutiert werden. Denn einerseits ermöglichen Kryptogeldsysteme die Schaffung von staatsunabhängigen Währungsordnungen. Andererseits könnte der Einfluss des Staates durch die Blockchain stark zunehmen, was sich am Beispiel der Steuererhebung aufzeigen lässt. Heute basiert die Steuererhebung in den meisten Fällen auf einer Selbstdeklaration. In einer... » Mehr
Von Lidia Bolla, Fabian Schär
Emilia Müller ist 32 Jahre alt. Geboren wurde sie an jenem Tag, an dem der Skandal rund um die auf unzulässige Weise mit der Firma Cambridge Analytica geteilten Facebook-Daten öffentlich bekannt wurde. In den Jahren von Emilias Kindheit haben sich die Probleme mit zentralen Datenbanken gehäuft: Immer wieder kam es zu Lücken, die den Abfluss und den Missbrauch von Daten ermöglicht haben. Zentralisierte, den Markt dominierende Plattformen wie Facebook wurden zu... » Mehr
Von Laura Clavadetscher

Karola Lüthi, photographiert von Laura Clavadetscher.

«Munotwächterin» – was für ein romantischer Titel, denke ich, zu Schaffhausens Wahrzeichen hochblickend, dem die Abendsonne ausgesprochen gut steht. Zur Festung gelange ich von der Altstadt her über ein Treppchen mitten im Rebberg, zur Zinne über einen Wendelgang, in den durch schmale Scharten das letzte Tageslicht fällt. Als Karola Lüthi mir im legeren Flanellpulli entgegenkommt, ist es bereits zu spät: in meiner Phantasie hat sich eine...
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