Schweizer Monat
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Von Redaktion
Hummler & die Drohne
Als sie darüber nachdachte, wie sich unser Dossier zu IT und Macht illustrieren liesse, erinnerte sich Politik-&Wirtschaftschefin Olivia Kühni an ein Jahre zurückliegendes Apéro-Gespräch mit Konrad Hummler, einem der Dossier-Autoren. Der langjährige Bankier, der viel über Bürgerrechte und Kontrolle nachdenkt, hatte sich mit Kühni über genau diese Themen unterhalten und dabei erwähnt, dass er stolzer... » Mehr
«Das hochfliegende Wort Freiheit bedeutet hienieden, förcht ich, immer weniger, je mehr man’s sich ansieht.» – Wilhelm Busch
Von Michael Wiederstein
Lange Zeit empfand ich Freiheit als eine sehr abstrakte, also ziemlich uninteressante Sache. Das änderte sich schlagartig nach dem Abitur. Man nahm sie mir nämlich für neun Monate weg, die Freiheit. Während ich mich im Militärdienst von sadistischen Dummköpfen durch den Jahrhundertsommer 2003 brüllen lassen musste, begriff ich endlich, dass Freiheit ganz und gar unmittelbar ist. Wenn mich jemand fragt, was Freiheit für mich bedeute, antworte ich bis heute:... » Mehr
RES PUBLICA
Von Nadine Jürgensen
Es ist wieder Saison: Im Frühjahr finden zahlreiche politische Podien und Gesprächssendungen statt zu allen möglichen Themen, die das Land bewegen. Manche davon begleite ich als Moderatorin. Allzu oft bin ich dabei die einzige Frau in der Runde – sämtliche Gesprächsteilnehmer und Experten sind männlich. Ob von den Organisatoren beabsichtigt oder nicht, sorgt meine Anwesenheit jeweils für das weibliche Element. Aus meiner Sicht reicht... » Mehr
FREIE SICHT
Von Christian P. Hoffmann
Der Weg Donald Trumps in das Weisse Haus führte durch die «blaue Mauer». Gemeint sind damit eine Reihe nordöstlicher US-Staaten, die industriell geprägt sind und traditionell zuverlässig Demokraten wählen. Anders diesmal – mit Wisconsin, Michigan oder Pennsylvania färbten sich blaue Staaten unvermittelt rot. Zweifellos die Überraschung des Wahlabends, hatten doch die US-Gewerkschaften wie gewohnt einhellig die demokratische Kandidatin... » Mehr

Frankreich ist hochverschuldet und ein wirtschafts- und sozialpolitischer Problemfall. Den bevorstehenden Wahlen stehen die Bürger mit grosser Ratlosigkeit gegenüber. Eine Fahrt nach Reims
Von Ronnie Grob

Le coq est sur le toit, photographiert von Ronnie Grob.

Die  Bilanz der Unruhen in französischen Vorstädten 2005: 45 588 in Brand gesteckte Fahrzeuge, 6996 in Brand gesteckte öffentliche Güter, 5143 Gewaltakte gegen Polizei, Feuerwehr, Notruf und  435 Bandenkriege.1 Im ganzen Land wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, die Vorfälle erlangten internationale Bekanntheit, führten zu einer nationalen Debatte über Migration und sorgten nicht zuletzt für innenpolitische Wirren. Der damalige...
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Frankreich ist empfänglich für das Lied vom Aufschwung durch Konsum, von erhöhtem Wachstum aber fehlt jede Spur. Ist der Euro schuld daran,wie der Front National behauptet? Eine Analyse.
Von Jean-Marc Daniel

François Hollande, wartend in Versailles beim informellen Gipfel zwischen Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien Anfang März 2017. Bild: RGA/REA/laif.

François Hollande verlässt die Bühne, es ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Ein Satz, der für viel Spott gesorgt hat, war das berühmte, seit 2015 in verschiedenen Reden wiederholte «Es geht besser». Viele Kommentatoren fühlten sich in ihrer Meinung bestätigt, Hollande habe die Verbindung zur Realität verloren. Dabei hatte er nicht ganz unrecht.
Seit Beginn der 1960er Jahre durchläuft die französische Wirtschaft Zyklen von sieben bis neun...
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Unternehmen sollten dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter intern Kritik üben können. Nur so lässt sich verhindern, dass sie sich mit vertraulichen Informationen an die Medien wenden.
Von Ronnie Grob, Zora Ledergerber

Zora Ledergerber, zvg.

Frau Ledergerber, nehmen wir an, ich arbeite als Mitarbeiter in einem Schweizer Grosskonzern. Nun stosse ich auf einen Missstand, der die Medien sehr interessieren würde, aber intern relativ leicht zu beheben wäre. Wie gehe ich vor?
Wenden Sie sich zuerst an Ihren direkten Vorgesetzten. Selbst wenn das nicht möglich ist, sollten Sie auf jeden Fall zuerst eine Stelle innerhalb der Firma informieren. In Grosskonzernen ist die Lage fast einfacher als in kleinen Firmen; erstere haben...
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Whistleblowing kann ein sehr wirksames und effizientes Instrument zur Verbesserung der Verwaltung sein. Die Bürgerinnen und Bürger müssen bloss ihre Kultur des Aussitzens überwinden. Ein Aufruf.
Von Eric-Serge Jeannet
Ein Angestellter des Bundes merkt, dass sein Vorgesetzter gewisse Leistungen immer bei dem gleichen «Hoflieferanten» bestellt, ohne dass dabei tatsächlich der Wettbewerb spielt. Zunächst wird er skeptisch: einerseits könnte sich der Verantwortliche durch das Vertrauen und die bisher gute und verlässliche Leistung des «Hoflieferanten» beeinflussen lassen, ohne sich persönlich bereichern zu wollen – es würde sich also um eine... » Mehr
Florian Jakober, Landschaftsgärtner in Glarus
Von Natalie Gyöngyösi

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup.






Florian Jakober empfängt mich mit festem Händedruck vor seinem Haus in Glarus. «Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen meine Bienen.» Wir spazieren durch einen prächtigen Garten, umrahmt von riesigen, alten Bäumen, deren Blätter zu spriessen beginnen. Während der Frühlingsbeginn für die meisten Frühlingsgefühle verheisst oder zumindest Heuschnupfen bedeutet, kündigt er für Jakober vor allem eines an:...
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Von Karen Horn
«Eine Erhöhung der Dividendenbesteuerung wäre eine Alternative.»Jacqueline BadranSP-Nationalrätin, in der NZZ vom 27. Januar 2017 zur Gegenfinanzierung der Unternehmenssteuerreform.
 
Mit der «Alternative» ist es etwas kompliziert. Im Parteienspektrum sind links die Grünalternativen beheimatet, während rechts die «Alternative für Deutschland» strammsteht, ebenso die «Alternative Right» in Amerika. Von... » Mehr
Kurzgeschichte von Cynan Jones
Übersetzt aus dem Englischen von Anke Caroline Burger
Mit Illustrationen von Rafael Koller
Von Cynan Jones
Er schwingt den Fisch aus dem Wasser ins Boot, ein wild zuckender Lichtstreif, packt die Schnur, dreht den Haken aus dem Maul und drückt den Fisch zwischen seinen Beinen zu Boden. Der Fisch schnappt nach Luft, zappelt. Schlägt mit dem Schwanz. Etwas Unruhiges, Ursprüngliches, Rituelles im flachen, offenen Boot.
Blutspritzer und Schuppen lösen sich und werden unter seinen Fingern zu Regenbogen, als er dem Fisch das Genick bricht. Er spürt den winzigen Zahnkranz an der...
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Wie die Digitalisierung Geld und Einfluss neu verteilt.
Von Redaktion
«Die Digitalisierung, die wir heute erleben, stellt alles auf den Kopf. Tesla und Airbnb sind nur zwei Beispiele für digitalisierte Firmen, die vor zehn Jahren noch nichtexistierten, inzwischen jedoch zu weltweit beachteten, gar gefürchteten Akteuren in ihren jeweiligen Wirtschaftssektoren herangewachsen sind. Es kommt einiges auf uns zu!»
Heinz KarrerPräsident Hasler Stiftung
 

 
Rasanter technologischer Wandel verändert... » Mehr
Was Digitalisierung bedeutet – und was auf die Schweiz zukommt.
Von Matthias Kaiserswerth
Was hat es auf sich mit der Digitalisierung? Seit etwa zwei Jahren ist der Begriff plötzlich in aller Munde. Dabei digitalisiert die Computerindustrie schon seit über 70 Jahren die Welt. Man bildet Aufgaben und Probleme aus der realen Welt im Computer ab und löst sie dort digital. Das fing mit dem Entziffern verschlüsselter Funksprüche durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg an und breitete sich dann nach dem Krieg rasch auch im zivilen Bereich aus. Warum also gerade... » Mehr
Civic-Tech-Firmen entwickeln Software, die Bürger politisch mitbestimmen lässt.
Die Idee ist vielversprechend – doch einfach ist der Weg nicht.
Von Adrienne Fichter
Pia Mancini und Santiago Siri hatten 2012 genug. Die Politikwissenschafterin und der Softwareentwickler waren frustriert davon, wie Politik in ihrem Land, in Argentinien, im 21. Jahrhundert immer noch funktioniert. Gewählte Parlamentarier müssen keine Rechenschaft ablegen, Wahlversprechen werden nicht eingehalten und Geldflüsse zwischen Wirtschaft und Politik sind intransparent. Tatsächlich bewertet Transparency International Argentinien mit einem Korruptionsindex von... » Mehr
Wie der neue digitale Wahlkampf funktioniert.
Von Hannes Grassegger

Anlegen, zielen, loslassen: die Informationspfeile des Microtargeting treffen immer ins Schwarze. Bild: André Menjoulet, Agadir 1953. Collection Jean Menjoulet / Jeanne Menjoulet / CC BY-ND 2.0.

Cambridge Analytica war bis vor wenigen Monaten eine eher obskure, ursprünglich aus London stammende Marketingfirma, die damit warb, sowohl für Donald Trump als auch für die Brexit-Kampagne psychologiebasierte Big-Data-Techniken eingesetzt zu haben. Was die Firma dabei wirklich getan und geleistet hatte, wird nun weltweit kontrovers diskutiert – u.a. weil mein Kollege Mikael Krogerus und ich im Dezember 2016 einen Artikel über das Unternehmen in der Zeitschrift...
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Die liberale Bewegung beeinflusst mit ihrem Online-Campaigning die politischen Debatten im Netz – und bringt junge Menschen an die Urne. Wie schafft sie das?
Von Adrian Mahlstein, Silvan Gisler

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung. Oder: Online-Campaigning mit Cüpli. Operation Libero am letzten Abstimmungssonntag, 12. Februar 2017, photographiert von Simon Iannelli.






Die beste Technologie nützt nichts ohne Inhalt und ohne Menschen. Die Umstellung vom Pony-Express auf Telegraf wäre unnütz gewesen, hätte niemand Botschaften versenden wollen. Technologie liefert nur die Mittel zum Zweck, auch im Campaigning. Mittel, die durch Social Media erschwinglicher und zahlreicher werden: Posts statt Plakate, Petition statt Megaphon, Fakten-Checks statt Extrablätter, Livestreams statt «Zischtig-Club». Wir lernten, diese...
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Mit der Digitalisierung überlassen Bürger ihre Daten übergeordneten Organisationen. Das wirft Fragen auf, denen wir uns stellen müssen.
Von Konrad Hummler

Konrad Hummler, photographiert von Suzanne Schwiertz.

Die moderne Informationstechnologie verändert unsere ökonomische Wirklichkeit fundamental. Sie hat die traditionell hohen Kosten und Hürden zur Datenhandhabung abgeschafft. Der Mensch wird heute fast kostenfrei und grenzenlos vermessen. Das schafft potenziell enorme Effizienzgewinne – vom persönlichen Bewegungsverhalten über medizinische Betreuung und urbanen Verkehr bis zum Städtebau kann alles optimiert werden. Doch der Fortschritt hat seinen Preis: mit der...
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Die Technologie setzt etablierte Institutionen unter Druck. Das ermächtigt die Bürger gegenüber potenziell unfähigen Autoritäten.
Von Christian Jaag

Transparent und papierschonend: Honduras und Georgien arbeiten bereits an einer Überführung des Grundbuchs auf die Blockchain. Bild: fotolia.

Vielen Menschen ist die Blockchain bekannt als die Technologie hinter Kryptowährungen wie Bitcoin. Doch das System hat noch viel mehr Potenzial – es kann bestehende Institutionen ergänzen oder gar teilweise ersetzen. Das bringt mit sich, was die Digitalisierung oft nach sich zieht: eine Verschiebung von Macht weg von zentralen und vermittelnden Instanzen hin zu sich selber organisierenden Bürgern. Doch noch gibt es offene Fragen.
Zunächst zur Geschichte und...
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Warum jedes Kind das Programmieren lernen sollte – ganz besonders jene, die Geschichten lieben.
Von Linda Liukas

Linda Liukas, zvg.

Computercode ist die neue weltumspannende Universalsprache. Die Bühne unserer Träume und unser Zugang zur Welt ist für meine Generation die Software. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass viel mehr unterschiedliche Menschen Computer nicht als etwas Langweiliges, Mechanisches und Einsames sehen, sondern als etwas, das sie anstupsen, mit dem sie rumspielen und das sie verändern können.
Lassen Sie mich hier anfangen: Kleine Mädchen wissen noch nicht, dass Computer...
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Der Lehrplan 21 macht Informatik zum Schulfach. Das ist sinnvoll: die dort vermittelten Kompetenzen sind nicht nur wichtig für den Beruf, sondern für das ganze Leben.
Von Alain Gut
Es brauchte einiges an Überzeugungsarbeit und an Diskussionen, doch inzwischen ist es geschafft: das Modul «Medien und Informatik» ist Teil des Lehrplans 21. Die Kantone entscheiden seit gut zwei Jahren in eigener Kompetenz, ob und wie weit sie den landesweit harmonisierten Lehrplan und damit Informatikunterricht einführen werden. Es ist zu hoffen, dass sie diesen Schritt in die Zukunft wagen. Warum? Weil die Welt sich verändert hat.
Informatik ist in bezug auf den... » Mehr
Die digitale Bildungsrevolution ermöglicht breiten Schichten, was bislang der Elite vorbehalten war: massgeschneidertes Lernen für jeden Schüler. Das wertet auch den Lehrberuf auf.
Von Jörg Dräger, Ralph Müller-Eiselt

«Algorithmen errechnen, welcher Schüler noch nacharbeiten muss und welche Methode die beste dafür ist. Daraus entsteht ein individueller Lernplan für den nächsten Tag, den die Schüler morgens über grosse Monitore an den Wänden erfahren.» Bild: «New Classrooms» an der New Yorker David-A.-Boody-Schule, photographiert von Dirk Eusterbrock / Bertelsmann Stiftung.

New York im Jahr 2014. Die David-A.-Boody-Schule, benannt nach einem Bürgermeister Brooklyns aus dem 19. Jahrhundert, macht von aussen einen freundlichen Eindruck. Das Gebäude mit Klinkerfassade stammt aus den Dreissigerjahren, die knallrot gestrichene Eingangstür steht weit offen, die Buchsbaumhecken sind gepflegt. Innen sieht die öffentliche Schule im Stadtteil Sheepshead Bay aus wie viele New Yorker Lehranstalten. Über den grün gestrichenen Fluren leuchten...
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Die Schweiz versäumt es immer wieder, einen sinnvollen Rahmen für die digitale Zukunft zu bauen. Das schafft Unsicherheit.
Von Martin Steiger
Bildung und Wissen sind die wichtigsten Rohstoffe der Schweiz, das ist längst ein Gemeinplatz. Darum müsste auch im digitalen Raum gewährleistet werden, dass sich Geist und Geld zu Innovation und damit letztlich zu Wohlstand verbinden. Und tatsächlich: es besteht Einigkeit! Gruppierungen wie die Initiative Digital Switzerland und der Wirtschaftsverband Swico oder Meinungsführer wie Ständerat Ruedi Noser und Ringier-Geschäftsführer Marc Walder setzen sich... » Mehr
Alicia Romero trifft Beat Caduff
Von Alicia Romero

Beat Caduff mit Bergmandarine, photographiert von Alicia Romero.

Wer ein Poulet für drei Franken isst, muss sich nicht wundern, wenn er im Dunkeln leuchtet», sagt Beat Caduff, als wir gegen vier Uhr früh durch die leeren Strassen Zürichs fahren. «Leider ist unser Produktbewusstsein verarmt», fügt er hinzu. Und Caduff muss es wissen: der 58-jährige Bündner ist Spitzenkoch (15 Gault-Millau-Punkte) und bewirtet seit 1998 seine Gäste in «Caduff’s Wine Loft» in Zürich. An diesem...
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