© Phillip Zurbach

Afrikaner in der Schweiz III

Mbene Mwambene
Bern / Malawi

 

«Ich gehe, wohin der Wind mich weht», sagt Mbene Mwambene. Dass er in Bern gelandet ist, sei Zufall. Der Malawier suchte nach einem Master-Studiengang in Theaterwissenschaften und wollte eigentlich nach Deutschland. Dann machte ihn ein Freund, der in Zürich studierte, auf die Kunstschulen in der Schweiz aufmerksam. So bewarb Mwambene sich 2015 um einen Studienplatz an der Hochschule der Künste in Bern – und bekam ihn. Inzwischen hat der 35-Jährige seinen Masterabschluss in der Tasche und arbeitet als freischaffender Theaterautor, Schauspieler und Regisseur. Er ist weiterhin in Bern stationiert, hat aber auch an anderen Orten im In- und Ausland Projekte.

Die Schweiz gefällt ihm, auch wenn die Integration in die Gesellschaft nicht immer einfach war und ist. «Manchmal fühle ich mich abgekapselt von meinen Freunden in Malawi, weil ich schon so lange in der Schweiz lebe, und zugleich abseits der schweizerischen Gesellschaft», sagt Mwambene. Das betrifft auch seinen Beruf: Das Theater gelte zwar als liberal und weltoffen. «Es kann aber auch ein sehr abgeschlossener Ort sein.» Personen und Ideen, die von aussen kämen, stiessen oft auf Skepsis.

Es liege in der Natur der Sache, dass Migration stets Fragen der Identität aufwerfe. Das sei eine Herausforderung für ­Mi­granten. «Die Schweiz ist eine strukturierte Gesellschaft. Als Einwanderer bist du immer der andere.» Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, mit dem Fremden, der ­Versuch, sich anzupassen, machten einen aber auch stärker, findet Mwambene. Umgekehrt bringe Migration dem Ziel­land nicht nur neue Fähigkeiten, sondern reisse auch die ­Mauern der Vorurteile nieder. «Wenn man nie jemand anderen sieht, bleiben die Vorurteile, die man vom anderen hat.» Mwambenes Traum ist es, in der Schweiz ein Theater aufzubauen, das den Multikulturalismus abbildet. Und damit einen Beitrag zu leisten, die Mauern der Vorurteile ­niederzureissen.

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»