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«Ähh, mhh, uff…»
Die Geschäftsführerin von SwissFoundations, Beate Eckhardt, illustriert von Irina Kruglova.

«Ähh, mhh, uff…»

Wider die weitverbreitete Unwissenheit! Unsere neue Online-Kolumne gibt Antworten auf die drängendsten Fragen zum gemeinnützigen Engagement.

«Ähh, mhh, uff…» So oder so ähnlich tönt es, wenn Menschen auf der Strasse nach ihrem Wissen über Stiftungen und deren Leistungen für unsere Gesellschaft befragt werden. Und so brodelt es in mir, wenn ich zum hundertsten Mal erklären muss, was um Himmels willen ein Branchenverband für Schweizer Förderstiftungen eigentlich so macht. Die Antwort passt eben nicht auf einen Bierdeckel! Um dem Phänomen Stiftung näherzukommen und dessen Wirken fassen zu können, gibt es nun diesen neuen Stiftungsblog, der von der Redaktion des «Schweizer Monats» in Kooperation mit SwissFoundations lanciert wird: Er soll aufklären, erklären, verorten, anregen, ausloten – und zwar nicht im Jargon einer PR-Abteilung, sondern ganz praktisch, verfasst von jenen, die die Stellschrauben in den Maschinenräumen der grossen und kleinen Stiftungen verantworten und sich für einen guten Rahmen der privaten Schweizer Förderlandschaft einsetzen. Die in loser Folge erscheinenden Beiträge sollen einen Einblick in die faszinierende Welt der Gemeinnützigkeit gewähren, den mitunter heiklen Fragen mit konkreten Antworten begegnen, Herausforderungen thematisieren und Lösungen für Probleme aufzeigen. Kurz: Er soll klären, was sie denn eigentlich ist, diese Stiftung! Diese eigenartige juristische Konstruktion, die keine Eigentümer, Mitglieder oder Aktionäre kennt. Dieses zweckgewidmete Vermögen, das sich selbst gehört und nie mehr an den Stifter oder die Stifterin zurückfliessen kann. Diese Rechtsform, mit der die angelsächsisch orientierten globalen Regulatoren so zu kämpfen haben – und die sie bis heute zu wenig verstehen.

Die immer noch weitverbreitete Unwissenheit von Politik und Öffentlichkeit dem gemeinnützigen Engagement gegenüber ist schon deshalb stossend, weil es in der Schweiz pro Kopf sechsmal mehr Stiftungen als in den USA oder in Deutschland gibt und viele Menschen schon einmal von stifterischem Wirken profitiert haben. Die 13 000 gemeinnützigen Stiftungen sind nicht nur in den Kernstädten und urbanen Umfeldern angesiedelt, sondern auch in vielen kleineren Ortschaften sozialpolitisch und ökonomisch tief verwurzelt. Die Schweiz ist das Stiftungsland par excellence. Dass es hier so viele gibt, hat aber nicht nur mit unserem Reichtum, sondern vor allem auch mit unserem politischen Selbstverständnis zu tun: Stiftungen sind das Resultat einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Autokratischen Regierungen, wie sie zurzeit in Ungarn, Polen, der Türkei oder Russland am Ruder sind, sind private gemeinnützige Stiftungen ein Dorn im Auge. Zu unabhängig sind sie, zu offenkundig in ihrem humanistischen Anspruch und ihrem – mitunter politischen – Handeln. Mit der in ihren Reihen versammelten Expertise und ihren finanziellen Ressourcen können sie Initiativen und Projekte anstossen, die (noch) nicht mehrheitsfähig sind, soziale Lücken schliessen, Menschen in Bewegung setzen.

Das alles sollte zunächst verstanden, dann kritisch hinterfragt und am Schluss im besten Fall wertgeschätzt werden. Dazu müssen wir nun mal über das Stiften reden. Wir mit Ihnen, Sie mit uns. Und damit fangen wir jetzt an.

Ihre
Beate Eckhardt,
Geschäftsführerin SwissFoundations

 


Der vorliegende Text ist Teil einer exklusiven Online-Kolumnenserie zum eidgenössischen Stiftungswesen, die der «Schweizer Monat» in Kooperation mit SwissFoundations lanciert.

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