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Milliardäre gab es in der Schweiz pro eine Million Einwohner laut Forbes 2019.

 

In Deutschland waren es 1,4, in Österreich einer. In den USA waren mit 607 absolut am meisten Milliardäre zu verzeichnen, gefolgt von China mit 324. Relativ lag Monaco vorne mit 102,6 pro eine Million Einwohner. Unter Ländern mit mehr als fünf Millionen Einwohnern schafften es bei der Milliardärsquote in die Top 10: Hongkong, Schweiz, Singapur, Schweden, Norwegen, Israel, USA, Dänemark, Taiwan und Australien.

Etwa die Hälfte der von Forbes gelisteten Milliardäre kamen durch den Erfolg der von ihnen gegründeten Unternehmen zu Vermögen. Unter den übrigen dominieren Erben, aber auch CEOs, Entertainer oder Autoren sind dabei.

Sehr wohlhabende Menschen ziehen Aufmerksamkeit auf sich, auch von der Wissenschaft. Gemäss den vorliegenden Befunden lassen sich im Verhältnis zur Einwohnerzahl eines Landes umso mehr Milliardäre finden, je besser private Eigentumsrechte geschützt sind. Es passt also ins Bild, dass – von Kleinststaaten abgesehen – Milliardäre im Verhältnis zur Grösse der Bevölkerung insbesondere in den reichen, marktwirtschaftlich geprägten Demokratien zu verzeichnen sind. Nicht zufällig weisen diese Länder zugleich eine geringere Ungleichheit von Einkommen und Vermögen auf als Länder, die auch heute noch von absoluter Armut gezeichnet sind. Denn von einem Rechtsstaat profitieren sowohl relativ Arme als auch relativ Reiche.

Die Güte der Rahmenbedingungen spiegelt sich auch in der Arbeitswelt wider. In Ländern mit wünschenswerten institutionellen Bedingungen werden relativ viele durch Unternehmensgründungen zu Milliardären, während der Anteil der Solounternehmer gering ist. Unternehmerische Länder zeichnet also nicht ein hoher Anteil Selbständiger aus, sondern ein hoher Anteil sehr erfolgreicher Unternehmensgründer. Sie tragen massgeblich zum Wohlstand aller bei, werden dadurch sehr reich und haben dank verlässlicher Institutionen trotz ihres Reichtums kaum Gelegenheit zu wohlfahrtsschädlicher politischer Einflussnahme.

«Der beste Journalismus ist der,
den man liest, obwohl einen das Thema bis dahin gar nicht interessiert hat.
Beim MONAT passiert mir das ständig.»
Niko Stoifberg, Schriftsteller und Redaktor bei «getAbstract», über den «Schweizer Monat»