15’294

Menschen starben 2020 weltweit durch Naturkatastrophen.

 

Menschen starben 2020 weltweit durch Naturkatastrophen. Die Angabe stammt vom Centre for Research on the Epidemiology of Disasters der Katholischen Universität Löwen. Das belgische Forschungszentrum stellt fortlaufend detaillierte Informationen zu den Folgen von Naturkatastrophen bereit. Die Daten decken den gesamten Erdball ab und reichen bis ins Jahr 1900 zurück.

Die Forscher nehmen Naturkatastrophen in ihren Datensatz auf, wenn mindestens 10 Menschen sterben, mindestens 100 Personen betroffen sind oder ein Land den Notstand ausruft beziehungsweise um internationale Hilfe ersucht. Das Feld der erfassten Naturkatastrophen ist breit; berücksichtigt werden unter anderem Dürren, Überflutungen, extreme Wetterlagen, Erdbeben, extreme Temperaturen, Flächenbrände, Vulkanausbrüche oder Epidemien. Letztere werden nur erfasst, wenn sie durch Erreger verursacht werden, die von anderen Lebewesen auf den Menschen übertragen werden. Entsprechend schlägt sich die Coronapandemie nicht in den Zahlen für 2020 nieder.

2020 war zwar tödlicher als die letzten Jahre der 2010er. Doch im Durchschnitt liessen in der vorangehenden Dekade jährlich 45 000 Menschen ihr Leben. Die Todeszahlen schwanken also stark. Trotzdem ist langfristig ein deutlicher Trend zu erkennen. Es sterben heute jährlich weit weniger Menschen aufgrund von Naturkatastrophen als in der Vergangenheit: 75 000 pro Jahr in den 1980ern, 213 000 pro Jahr in den 1950ern und 540 000 pro Jahr in den 1920ern. 1920 lebten weltweit allerdings weniger als 2 Milliarden Menschen, die einer Naturkatastrophe zum Opfer fallen konnten, heute sind es fast 8 Milliarden. Im Verhältnis zur Weltbevölkerung sind die Todeszahlen durch Naturkatastrophen in den letzten Jahrzehnten folglich noch stärker zurückgegangen als absolut bemessen.

Als Menschheit sind wir heute gegen Kapriolen der Natur viel besser gewappnet als früher. Getroffene Massnahmen zum Schutz vor ehemals besonders tödlichen Naturkatastrophen wie Dürren oder Überflutungen haben sich bewährt. Damit es angesichts des Klimawandels zu einer Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte kommt, sollten neben prominent diskutierten Massnahmen zur Minderung des Klimawandels Massnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels nicht zurückstehen.

«Der beste Journalismus ist der,
den man liest, obwohl einen das Thema bis dahin gar nicht interessiert hat.
Beim MONAT passiert mir das ständig.»
Niko Stoifberg, Schriftsteller und Redaktor bei «getAbstract», über den «Schweizer Monat»