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Ausbildungsjahre hatten Schweizerinnen und Schweizer, die 25 Jahre und älter waren, 2019 durchschnittlich vorzuweisen.

 

Ausbildungsjahre hatten Schweizerinnen und Schweizer, die 25 Jahre und älter waren, 2019 durchschnittlich vorzuweisen. Nach Zahlen der Vereinten Nationen drückten weltweit nur Deutsche die Schul- und Hörsaalbänke länger und verbrachten 14,2 Jahre in der Ausbildung.

Während die Schweizer Männer mit 13,6 Jahren direkt hinter den deutschen Männern (14,4 Jahre) auf Platz zwei liegen, ­haben Frauen aus 16 Ländern wie Norwegen, Litauen, Kanada und den USA eine längere Ausbildungszeit als Schweizer ­Frauen mit 12,7 Jahren. An der Spitze stehen die deutschen Frauen mit 13,9 Ausbildungsjahren. Unter 174 Ländern sind 59, in denen Frauen sich länger oder genauso lange wie Männer ausbilden liessen. Der Vorsprung der Männer gegenüber den Frauen ist vor allem in relativ armen Ländern hoch, in denen auch Männer nur auf deutlich unter zehn Ausbildungsjahre kommen. In den vergangenen Jahrzehnten haben Frauen weltweit aufgeholt, auch in der Schweiz. 1990 konnten Schweizer Männer auf 10,9 Ausbildungsjahre zurückblicken. Bei den Frauen waren es nur 9,5 Jahre. Der relative Abstand zwischen den Geschlechtern wog damals also deutlich stärker.

Der Aufholprozess von Frauen gegenüber Männern in puncto Ausbildungszeiten hat die Position von Frauen in Partner­schaften über die vergangenen Jahrzehnte gestärkt. Je ähnlicher der Bildungsstand, desto eher werden die Details der Ausgestaltung des Zusammenlebens auf Augenhöhe erörtert. Das gilt auch für andere Trends der letzten Jahrzehnte. Der Anstieg der Frauenerwerbsquote gibt Frauen mehr Kontrolle über materielle Ressourcen und macht sie wirtschaftlich unabhängiger von ­ihren Lebenspartnern.

Mit langen Ausbildungszeiten legen junge Menschen den Grundstein für ein erfolgreiches Berufsleben in einer mehr und mehr von Wissensarbeit geprägten Arbeitswelt. Das gilt in der Schweiz auch und insbesondere für junge Frauen, die sich seit Ende der 2000er Jahre häufiger für ein Studium entscheiden als ihre männlichen Mitstreiter.

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»